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Sonntag 25.Dezember - 22:40 Uhr

Offener Brief an MP Bouffier von Prof. Horst Thomas

PROF. DIPL.-ING. HORST THOMAS
ARCHITEKT, STADTPLANER, DENKMALPFLEGER

 

An den hessischen Ministerpräsidenten
Volker Bouffier
Hessische Staatskanzlei
Georg-August-Zinn-Str. 1
65183 Wiesbaden

 

Offener Brief über unerträglichen Fluglärm und die menschenverachtende Ausbaupolitik der schwarz-gelben Landesregierungen


Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Bouffier,

 

in den fast 1.200 Jahren seit seiner Ersterwähnung hat Flörsheim zahlreiche schreckliche Heimsuchungen erleben müssen. Der Ort hat sich jedoch immer wieder davon erholen können – auch von der Pestepidemie, die 1666 ihren Höhepunkt hatte und deren Ende noch heute als „Verlobter Tag“ in der Stadt gefeiert wird.

 

An der neuesten Heimsuchung waren und sind Sie und Ihre beiden schwarz-gelben Regierungen maßgeblich beteiligt. Natürlich wurde ein Flughafenausbau auch bereits von der sozialdemokratisch geführten Regierung davor verfolgt, aber Ihre Regierungen sind dafür verantwortlich, dass die jüngste Heimsuchung der Stadt brutalstmöglich ausgefallen ist.

 

Auch jetzt, da die Inbetriebnahme der neuen Landebahn Nordwest große Teile der Bevölkerung traumatisiert hat, weil kaum jemand mit solch brutalen Auswirkungen Ihres Vorgehens gegen beträchtliche Teile des zentralen Rhein-Main-Gebiets gerechnet hat, verfolgt Ihre Regierung – und da unterscheiden Sie sich von den Oppositionsparteien im Landtag – auch noch das gerichtlich eingeforderte und vorläufig verhängte Nachtflugverbot zu kippen, indem Sie Ihren Minister Posch gegen das Nachtflugverbot klagen lassen. Ihre Beteuerungen, Sie bräuchten Rechtssicherheit sind dabei übliche Vernebelungen. Wenn der politische Wille zu einem – wenigstens minimalen – Ausgleich zwischen Wirtschaftsinteressen und dem Schutz der betroffenen Bevölkerung vorhanden wäre, könnte man die planerischen Vorgaben durch Gesetze und entsprechende Ausweisungen der Landesplanung schaffen. Das wollten und wollen Sie aber nicht.

 

Gibt es eine moralische Rechtfertigung für solches Handeln? – Arbeitsplätze und Jobmaschine klingt es seit Jahren gebetsmühlenhaft. Wie viele qualifizierte und auch mindere Arbeitsplätze übrig bleiben, wenn Fraport neue Synergien zur Verschlankung des Personalbestands genutzt hat, wird sich deshalb nicht zeigen, weil eine Reihe von anderen Faktoren auf die Anzahl der Jobs einwirkt. Deshalb glauben Sie, ungestraft behaupten zu können, was Ihnen in den Kram passt, da es ja nicht nachprüfbar sein wird. Es ist bei solchen Versprechungen in der Vergangenheit auch jedes Mal weniger am Ende herausgekommen als vorher behauptet. Das ist Ihnen aber egal, die bloße Behauptung reicht Ihnen schon – Propaganda nennt man das.

 

Versprechungen waren es auch, die die Regierung Koch – und Sie waren an dieser beteiligt – gegeben hat: Ausbau gegen Nachtflugverbot. Das Versprechen hielt nur so lange, bis das Parlament den Ausbau beschlossen hatte, dann wurde das Versprechen auf der anderen Seite der Waagschale einfach kassiert/ zurückgenommen/ besser: gebrochen. Roland Koch, Sie, Ihr Minister Posch und andere spielen uns seit Jahren ein Spiel von Tricksereien und Rosstäuschungen vor, wie es der schwarz-gelben Regierung in dieser Qualität vorbehalten blieb: Politik als schmutziges Geschäft.

 

Die simple Formel Arbeitsplätze für viele – Sonderopfer für eine Minderheit ist schon schlimm genug, insbesondere, wenn die geschädigte Minderheit auf dem wirtschaftlichen Schaden sitzen bleibt, weil auch bei Schadensersatzregelungen getrickst wird (z.B. niedrige Ankaufbeträge beim Casa-Programm, die den neuen Fluglärm bereits berücksichtigen). Dabei wollen Sie ja gar nicht alle materiellen Schäden ausgleichen, weil wesenliche Teile gar nicht anerkannt werden, obwohl sie bestehen.

 

Aber sprechen Sie mit Ärzten und kirchlichen Seelsorgern im betroffenen Gebiet. Sie werden von Menschen hören, die nervlich am Ende sind, von Leuten, die laut schluchzend Rotz und Wasser heulen, weil sie nicht wissen, wie es für sie weiter gehen kann. Die nicht die Mittel haben, die Lärmzone – Flörsheim – zu verlassen, obwohl sie es nicht mehr aushalten. Andere leben ausschließlich von zwei Mietwohnungen in ihrem Haus und haben kein weiteres Einkommen. Sie bangen um den Verbleib ihrer Mieter, die es aber auch nicht mehr aushalten können. Wer soll hier noch Miete zahlen? – Verzweiflung.

 

Wirtschaftliche Not ist aber noch nicht das größte Problem, das Sie mit Ihrer menschen-verachtenden Ausbaupolitik verursachen. Was ist mit der Gesundheit derjenigen, die dem unerträglichen Krach und den gesundheitsschädlichen Schadstoffen ausgesetzt sind? – Natürlich macht Fluglärm krank! Das wissen Sie natürlich auch, wollen es aber lieber nicht so genau wissen. Die groß angelegte Untersuchung des Epidemiologen Prof. Dr. Greiser im Umfeld eines anderen deutschen Flughafens kennen Sie natürlich. Warum sperrten Sie sich dagegen, eine solche Untersuchung auch für die Umgebung des Frankfurter Flughafens durchführen zu lassen? – Stattdessen vernebeln Sie und Fraport durch Untersuchungen, bei denen wesentliche Fragestellungen so gestellt sind, dass das gewünschte Ergebnis heraus kommt: die Unschädlichkeit des Lebens im Lärm- und Schadstoffbereich – könnte in der vorhandenen Dosis ja auch „Dünger“ sein.
Sie wollen das Ergebnis einer seriösen Untersuchung jedenfalls nicht auf dem Tisch haben. Was hätten Sie auch gemacht, wenn – wie in Köln/Bonn – die Häufigkeit von Herz/Kreislauferkrankungen und Brustkrebs bei Frauen usw. als wesentlich höher nachgewiesen worden wäre? – Dann lieber offiziell nicht wissen, damit man Wissen bestreiten und weiter Fakten beim Ausbau schaffen kann.

 

„Arbeitsplätze für Viele und Sonderopfer für eine Minderheit“ heißt in Wirklichkeit: „Arbeitsplätze gegen Gesundheit“ – wohlgemerkt für jeweils unterschiedliche Gruppen. Dabei ist es ethisch unerheblich, dass die Minderheit „nur“ 40, 30 oder 20 Td. Opfer oder auch wesentlich weniger ausmacht, während von den wirtschaftlichen Vorteilen fast das ganze Land profitieren soll. Es handelt sich um Menschenopfer, die Sie darbringen und Menschenopfer sind unmoralisch – gleichgültig in welcher Quantität.

 

Ich weiß, dass der Flughafenausbau von einer Mehrheit der Parlamentarier beschlossen worden ist. Keiner der Befürworter, auch kein Mitglied der Regierung hat sich vor Ort bei uns kundig gemacht, hatte den Mut, den Einladungen nach Flörsheim und Raunheim zu folgen, bei denen der Krach aus der Luft und unsere Prognosen an Beispielen demons-triert worden sind. Man wollte das nicht hören, weil man längst wusste, was man wollte: den Flughafen ausbauen – um jeden Preis. Und anhören wollten Sie sich das auch deshalb nicht, weil Sie dann hätten zugeben müssen, dass diese Belastung unerträglich ist.

 

Bei Gericht ist man ähnlich mit den Betroffenen umgegangen. Fällt Ihnen ein nachvollziehbares Argument ein, weshalb die Flörsheimer Seite – Stadt oder betroffene Privatpersonen – ihre Argumente vor Gericht nicht vortragen durften? – „Schon x-mal von anderen Betroffenen gehört“ – von wem?; „Nicht genug betroffen??“ – im Ernst?. Alles nicht gut genug als Ausrede: also bitte weitersuchen oder das Ganze ohne ernsthafte Begründung stehen lassen, wie es geschehen ist. Die Justiz im Dienste der Exekutive; so war das mit der Gewaltenteilung nicht gemeint. Von dankbaren Abhängigkeiten schrieb ein Journalist einer Frankfurter Zeitung in seinem Kommentar.
Nicht Ihr Problem? – Stimmt zum Teil, jedenfalls Ihr Stil zu tricksen.

 

Fast 1.200 Jahre lang bestand Flörsheim bislang alle Heimsuchungen. Von der letzten wird sich die Stadt nicht mehr erholen – es sei denn, ein Wunder geschieht. Teile der Bevölkerung – wer es sich leisten kann – werden die Stadt verlassen. Es sind die Beweglichsten und die Leistungsträger, die eine Stadt braucht. In die in ihrem Wert verfallenen Häuser und Mietwohnungen werden Solche nachrücken, die sich nichts anderes leisten können oder die ein Schnäppchen machen wollen und die die Widrigkeiten dafür in Kauf nehmen – vielleicht auch nur auf Zeit.

 

Die Sozialstruktur wird sich binnen weniger Jahre deutlich verändern und dann werden weitere wegziehen, weil diese Veränderung einen weiteren Grund darstellt. Der Niedergang beginnt und er hat schon begonnen.

 

Flörsheim ist am meisten betroffen. Aber auch Eddersheim, Hochheim, Wicker, auf der anderen Flughafenseite Frankfurter Stadtteile gehören zu den Hauptgeschädigten. Und dann können Sie die Region ausweiten und nochweiter ausweiten – Klagen über Klagen. Schade, dass die Rheinland-Pfälzer Ihnen bei der Wahl nicht Ihre Stimme verweigern können!

 

Sie alle sollen nach Ihrem Willen Opfer bringen für behauptete Arbeitsplätze, für Steuer-einnahmen nach Hessen, von denen ein Teil über den Länderfinanzausgleich gleich wieder abfließen wird. Hätte man nicht anderen Bundesländern auch einen Teil des Geschäfts überlassen können, bei denen die Belastungen leichter unterbringbar gewesen wären und hätte man dadurch nicht sowohl die Belastungen wie auch die Einnahmen besser und gerechter verteilen können? – Sie wollten das natürlich nicht. Für mich ist das der Beweis, dass es Kirchturmdenken nicht nur in der Kommunalpolitik gibt.

 

In einem im Zorn über die vom Land Hessen auf uns gebrachte Apokalypse habe ich ein Pamphlet verfasst und verbreitet mit der fett gedruckten Zeile „Hessen ist Scheiße“. Ich habe dem hinzugefügt, dass ich mich nicht mehr mit diesem Bundesland (meinem Geburtsland) identifizieren kann und mich für Ziele des Landes und des Gemeinwohls in diesem nicht mehr engagieren werde. Außerdem, dass ich von einem Besuch und der Inanspruchnahme hessischer Einrichtungen abrate, natürlich auch von der des Frankfurter Flughafens.

 

Bei diesem „Versprechen“ bleibe ich. Und ich warte auf das Ende der menschenverachtenden Politik, wie sie von Ihrer Regierung und den sie tragenden Parteien vertreten wird.

 

Hochachtungsvoll
Professor Horst Thomas


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Freitag 4.November - 10:49 Uhr

Offener Brief über unerträglichen Fluglärm und die menschenverachtende Ausbau-politik der schwarz-gelben Landesregierungen

PROF. DIPL.-ING. HORST THOMAS
ARCHITEKT, STADTPLANER, DENKMALPFLEGER

 

Flörsheim am Main, 04.11.2011
Georg-Simon-Ohm Hochschule, Nürnberg, Fakult. AR
Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung
Arbeitskreis Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V.
ROLLINGERGASSE 13 65439 FLÖRSHEIM AM MAIN TEL. + FAX 06145/4734 MOBIL 0162 2666921

 

An den hessischen Ministerpräsidenten
Volker Bouffier
Hessische Staatskanzlei
Georg-August-Zinn-Str. 1
65183 Wiesbaden

 

Offener Brief über unerträglichen Fluglärm und die menschenverachtende Ausbau-politik der schwarz-gelben Landesregierungen


Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Bouffier,

in den fast 1.200 Jahren seit seiner Ersterwähnung hat Flörsheim zahlreiche schreckliche Heimsuchungen erleben müssen. Der Ort hat sich jedoch immer wieder davon erholen können – auch von der Pestepidemie, die 1666 ihren Höhepunkt hatte und deren Ende noch heute als „Verlobter Tag“ in der Stadt gefeiert wird.


An der neuesten Heimsuchung waren und sind Sie und Ihre beiden schwarz-gelben Regierungen maßgeblich beteiligt. Natürlich wurde ein Flughafenausbau auch bereits von der sozialdemokratisch geführten Regierung davor verfolgt, aber Ihre Regierungen sind dafür verantwortlich, dass die jüngste Heimsuchung der Stadt brutalstmöglich ausgefallen ist.


Auch jetzt, da die Inbetriebnahme der neuen Landebahn Nordwest große Teile der Be-völkerung traumatisiert hat, weil kaum jemand mit solch brutalen Auswirkungen Ihres Vorgehens gegen beträchtliche Teile des zentralen Rhein-Main-Gebiets gerechnet hat, verfolgt Ihre Regierung – und da unterscheiden Sie sich von den Oppositionsparteien im Landtag – auch noch das gerichtlich eingeforderte und vorläufig verhängte Nachtflugverbot zu kippen, indem Sie Ihren Minister Posch gegen das Nachtflugverbot klagen lassen. Ihre Beteuerungen, Sie bräuchten Rechtssicherheit sind dabei übliche Vernebelungen. Wenn der politische Wille zu einem – wenigstens minimalen – Ausgleich zwischen Wirtschaftsinteressen und dem Schutz der betroffenen Bevölkerung vorhanden wäre, könnte man die planerischen Vorgaben durch Gesetze und entsprechende Ausweisungen der Landesplanung schaffen.Das wollten und wollen Sie aber nicht.


Gibt es eine moralische Rechtfertigung für solches Handeln? – Arbeitsplätze und Job-maschine klingt es seit Jahren gebetsmühlenhaft. Wie viele qualifizierte und auch minde-re Arbeitsplätze übrig bleiben, wenn Fraport neue Synergien zur Verschlankung des Personalbestands genutzt hat, wird sich deshalb nicht zeigen, weil eine Reihe von anderen Faktoren auf die Anzahl der Jobs einwirkt. Deshalb glauben Sie, ungestraft behaupten zu können, was Ihnen in den Kram passt, da es ja nicht nachprüfbar sein wird. Es ist bei solchen Versprechungen in der Vergangenheit auch jedes Mal weniger am Ende herausgekommen als vorher behauptet. Das ist Ihnen aber egal, die bloße Behauptung reicht Ihnen schon – Propaganda nennt man das.


Versprechungen waren es auch, die die Regierung Koch – und Sie waren an dieser be-teiligt – gegeben hat: Ausbau gegen Nachtflugverbot. Das Versprechen hielt nur so lange, bis das Parlament den Ausbau beschlossen hatte, dann wurde das Versprechen auf der anderen Seite der Waagschale einfach kassiert/ zurückgenommen/ besser: ge-brochen. Roland Koch, Sie, Ihr Minister Posch und andere spielen uns seit Jahren ein Spiel von Tricksereien und Rosstäuschungen vor, wie es der schwarz-gelben Regierung in dieser Qualität vorbehalten blieb: Politik als schmutziges Geschäft.


Die simple Formel Arbeitsplätze für viele – Sonderopfer für eine Minderheit ist schon schlimm genug, insbesondere, wenn die geschädigte Minderheit auf dem wirtschaftlichen Schaden sitzen bleibt, weil auch bei Schadensersatzregelungen getrickst wird (z.B. niedrige Ankaufbeträge beim Casa-Programm, die den neuen Fluglärm bereits berücksichtigen). Dabei wollen Sie ja gar nicht alle materiellen Schäden ausgleichen, weil wesenliche Teile gar nicht anerkannt werden, obwohl sie bestehen.


Aber sprechen Sie mit Ärzten und kirchlichen Seelsorgern im betroffenen Gebiet. Sie werden von Menschen hören, die nervlich am Ende sind, von Leuten, die laut schluch-zend Rotz und Wasser heulen, weil sie nicht wissen, wie es für sie weiter gehen kann. Die nicht die Mittel haben, die Lärmzone – Flörsheim – zu verlassen, obwohl sie es nicht mehr aushalten. Andere leben ausschließlich von zwei Mietwohnungen in ihrem Haus und haben kein weiteres Einkommen. Sie bangen um den Verbleib ihrer Mieter, die es aber auch nicht mehr aushalten können. Wer soll hier noch Miete zahlen? – Verzweiflung.


Wirtschaftliche Not ist aber noch nicht das größte Problem, das Sie mit Ihrer menschen-verachtenden Ausbaupolitik verursachen. Was ist mit der Gesundheit derjenigen, die dem unerträglichen Krach und den gesundheitsschädlichen Schadstoffen ausgesetzt sind? – Natürlich macht Fluglärm krank! Das wissen Sie natürlich auch, wollen es aber lieber nicht so genau wissen. Die groß angelegte Untersuchung des Epidemiologen Prof. Dr. Greiser im Umfeld eines anderen deutschen Flughafens kennen Sie natürlich. Warum sperrten Sie sich dagegen, eine solche Untersuchung auch für die Umgebung des Frankfurter Flughafens durchführen zu lassen? – Stattdessen vernebeln Sie und Fraport durch Untersuchungen, bei denen wesentliche Fragestellungen so gestellt sind, dass das gewünschte Ergebnis heraus kommt: die Unschädlichkeit des Lebens im Lärm- und Schadstoffbereich – könnte in der vorhandenen Dosis ja auch „Dünger“ sein.
Sie wollen das Ergebnis einer seriösen Untersuchung jedenfalls nicht auf dem Tisch ha-ben. Was hätten Sie auch gemacht, wenn – wie in Köln/Bonn – die Häufigkeit von Herz/Kreislauferkrankungen und Brustkrebs bei Frauen usw. als wesentlich höher nach-gewiesen worden wäre? – Dann lieber offiziell nicht wissen, damit man Wissen bestrei-ten und weiter Fakten beim Ausbau schaffen kann.


„Arbeitsplätze für Viele und Sonderopfer für eine Minderheit“ heißt in Wirklichkeit: „Arbeitsplätze gegen Gesundheit“ – wohlgemerkt für jeweils unterschiedliche Gruppen. Dabei ist es ethisch unerheblich, dass die Minderheit „nur“ 40, 30 oder 20 Td. Opfer oder auch wesentlich weniger ausmacht, während von den wirtschaftlichen Vorteilen fast das ganze Land profitieren soll. Es handelt sich um Menschenopfer, die Sie darbringen und Menschenopfer sind unmoralisch – gleichgültig in welcher Quantität.


Ich weiß, dass der Flughafenausbau von einer Mehrheit der Parlamentarier beschlossen worden ist. Keiner der Befürworter, auch kein Mitglied der Regierung hat sich vor Ort bei uns kundig gemacht, hatte den Mut, den Einladungen nach Flörsheim und Raunheim zu folgen, bei denen der Krach aus der Luft und unsere Prognosen an Beispielen demons-triert worden sind. Man wollte das nicht hören, weil man längst wusste, was man wollte: den Flughafen ausbauen – um jeden Preis. Und anhören wollten Sie sich das auch des-halb nicht, weil Sie dann hätten zugeben müssen, dass diese Belastung unerträglich ist.


Bei Gericht ist man ähnlich mit den Betroffenen umgegangen. Fällt Ihnen ein nachvollziehbares Argument ein, weshalb die Flörsheimer Seite – Stadt oder betroffene Privatpersonen – ihre Argumente vor Gericht nicht vortragen durften? – „Schon x-mal von anderen Betroffenen gehört“ – von wem?; „Nicht genug betroffen??“ – im Ernst?. Alles nicht gut genug als Ausrede: also bitte weitersuchen oder das Ganze ohne ernsthafte Begründung stehen lassen, wie es geschehen ist. Die Justiz im Dienste der Exekutive; so war das mit der Gewaltenteilung nicht gemeint. Von dankbaren Abhängigkeiten schrieb ein Journalist einer Frankfurter Zeitung in seinem Kommentar.
Nicht Ihr Problem? – Stimmt zum Teil, jedenfalls Ihr Stil zu tricksen.


Fast 1.200 Jahre lang bestand Flörsheim bislang alle Heimsuchungen. Von der letzten wird sich die Stadt nicht mehr erholen – es sei denn, ein Wunder geschieht. Teile der Bevölkerung – wer es sich leisten kann – werden die Stadt verlassen. Es sind die Be-weglichsten und die Leistungsträger, die eine Stadt braucht. In die in ihrem Wert verfallenen Häuser und Mietwohnungen werden Solche nachrücken, die sich nichts anderes leisten können oder die ein Schnäppchen machen wollen und die die Widrigkeiten dafür in Kauf nehmen – vielleicht auch nur auf Zeit.


Die Sozialstruktur wird sich binnen weniger Jahre deutlich verändern und dann werden weitere wegziehen, weil diese Veränderung einen weiteren Grund darstellt. Der Nieder-gang beginnt und er hat schon begonnen.


Flörsheim ist am meisten betroffen. Aber auch Eddersheim, Hochheim, Wicker, auf der anderen Flughafenseite Frankfurter Stadtteile gehören zu den Hauptgeschädigten. Und dann können Sie die Region ausweiten und nochweiter ausweiten – Klagen über Klagen. Schade, dass die Rheinland-Pfälzer Ihnen bei der Wahl nicht Ihre Stimme verweigern können!


Sie alle sollen nach Ihrem Willen Opfer bringen für behauptete Arbeitsplätze, für Steuer-einnahmen nach Hessen, von denen ein Teil über den Länderfinanzausgleich gleich wieder abfließen wird. Hätte man nicht anderen Bundesländern auch einen Teil des Ge-schäfts überlassen können, bei denen die Belastungen leichter unterbringbar gewesen wären und hätte man dadurch nicht sowohl die Belastungen wie auch die Einnahmen besser und gerechter verteilen können? – Sie wollten das natürlich nicht. Für mich ist das der Beweis, dass es Kirchturmdenken nicht nur in der Kommunalpolitik gibt.


In einem im Zorn über die vom Land Hessen auf uns gebrachte Apokalypse habe ich ein Pamphlet verfasst und verbreitet mit der fett gedruckten Zeile „Hessen ist Scheiße“. Ich habe dem hinzugefügt, dass ich mich nicht mehr mit diesem Bundesland (meinem Geburtsland) identifizieren kann und mich für Ziele des Landes und des Gemeinwohls in diesem nicht mehr engagieren werde. Außerdem, dass ich von einem Besuch und der Inanspruchnahme hessischer Einrichtungen abrate, natürlich auch von der des Frankfurter Flughafens.


Bei diesem „Versprechen“ bleibe ich. Und ich warte auf das Ende der menschenverachtenden Politik, wie sie von Ihrer Regierung und den sie tragenden Parteien vertreten wird.


Hochachtungsvoll
Professor Horst Thomas


Tags: Flughafen Bouffier Fluglärm Fraport Frankfurt Flörsheim 

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Dienstag 1.November - 23:00 Uhr

Rede des Fraktionsvorsitzenden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Tarek Al-Wazir vom 1.11.2011:

Rede des Fraktionsvorsitzenden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Tarek Al-Wazir vom 1.11.2011:
Ministerpräsident Bouffier, ziehen Sie endlich die Revision gegen das Nachtflugverbot zurück und nehmen Sie die Nöte der Menschen ernst!

Es gilt das gesprochene Wort. -

„Seit vorletztem Freitag, seit der Eröffnung der neuen Nordwestbahn, erlebt die Rhein-Main-Region dramatische zusätzliche Belastungen durch Fluglärm. Die südlichen Stadtteile von Frankfurt, die Innenstadt von Offenbach, Teile des Main-Taunus-Kreises, ein Gebiet vom Main-Kinzig-Kreis bis hinüber nach Rheinland-Pfalz sind in bisher nicht gekanntem Maße zusätzlichem Fluglärm buchstäblich ausgeliefert. Teile der Stadt Flörsheim sind bei Ostwind aus meiner Sicht faktisch unbewohnbar geworden.

Manche Bürgerinnen und Bürger haben erstmals eine Belastung durch Fluglärm, andere haben eine höhere Belastung als bisher. 14 Jahre nach Beginn der Diskussion über einen erneuten Ausbau des Frankfurter Flughafens erleben viele, was die bisher abstrakte Zunahme des Lärms real heißt. Ich nehme wahr, dass die Menschen entsetzt sind, teilweise in einer Art Schockzustand, und ich höre immer wieder: „Es ist noch schlimmer als gedacht“.

Das hat alles nichts mit der Zeit zwischen 23 und 5 Uhr zu tun, nichts mit der Debatte über das Nachtflugverbot, sondern es sind die Folgen eines Ausbaus, der zum Ziel hat, den Frankfurter Flughafen, der mitten in einem der am dichtesten besiedelten Ballungsräume Deutschlands liegt, zum größten Flughafen Europas zu machen. Wir hielten das immer für falsch, weil der Flughafen die Grenzen des Wachstums schon lange erreicht hatte. Da, wo der Flughafen liegt und nicht etwa vor Jahrzehnten verlagert wurde, wie das in anderen Ballungsräumen auf der Welt geschah, sondern mitten im Ballungsraum immer weiter ausgebaut wurde hat er jetzt diese Grenzen des Wachstums endgültig überschritten.

Die aktuelle Flut von Briefen; Anrufen und e-mails, in der sich Empörung und Entsetzen äußern, spricht für sich. Manche Menschen, am drastischsten in Flörsheim, haben das Gefühl, dass man ihnen die Heimat nimmt, dass sie aus ihrer Heimat vertrieben werden. Wir verkennen nicht, dass seit der ersten Forderung der Lufthansa nach einem neuerlichen Ausbau des Flughafens vier Landtagswahlen stattgefunden haben: 1999, 2003, 2008 und 2009. Bei jeder dieser Wahlen haben die Ausbaubefürworter von CDU, SPD und FDP zusammengenommen immer über 75 Prozent der Stimmen bekommen. Etliche derer, die jetzt von der zusätzlichen Einflugschneise oder von der der Verschiebung der Gegenanflugstrecken betroffen sind, haben den Flughafenausbau lange befürwortet, da sie die Konsequenzen nicht erkennen wollten oder konnten. Ich sage an dieser Stelle gerade nicht: selbst schuld. Sondern ich weise die Abgeordneten von CDU und FDP darauf hin, dass auch Menschen betroffen sind, von denen sie in dieses Parlament gewählt wurden – Sie sollten sie endlich ernst nehmen!

Seit Sonntagabend gilt erstmals ein absolutes Nachtflugverbot. Das Mediationsverfahren wird in seinem Erfolg oder Misserfolg von uns hier unterschiedlich bewertet, am Punkt absolutes Nachtflugverbot waren wir uns anfangs einig. Im Mai 2000, vor über 11 Jahren, hat dieses Parlament einstimmig beschlossen, dass es ein absolutes Nachtflugverbot geben muss. Die Ausbaubefürworter haben sogar immer davon gesprochen, dass das eine das andere bedinge. Ich habe sie noch im Ohr, die markigen Worte von Roland Koch: „Ohne Nachtflugverbot kein Ausbau, ohne Ausbau kein Nachtflugverbot“. Oder von Jörg-Uwe Hahn: „Der Ausbau und das Nachtflugverbot sind zwei Seiten ein und derselben Medaille.“ Jetzt konnten wir am vorletzten Wochenende ein Interview in der FAZ lesen, in dem Koch das Nachtflugverbot kritisiert. Und Jörg-Uwe Hahn gehört einer Regierung an, die gegen das Nachtflugverbot, das sie einst selbst versprochen hat, in Revision vor das Bundesverwaltungsgericht zieht. Sie haben sich, um im Bild von der Medaille zu bleiben, als politische Falschmünzer entpuppt.

Wir haben im letzten Jahr in dieser Republik viel über den so genannten Wutbürger gesprochen. Wer wissen will, wie das Phänomen Wutbürger entsteht, der muss sich die Geschichte des Mediationsverfahrens am Frankfurter Flughafen, die Entwicklung des Nachtflugverbotes und den Wortbruch von CDU und FDP im Hessischen Landtag betrachten.

Zuerst gab es ein hochheiliges Versprechen: Wir belasten euch mehr am Tag, aber dafür gibt es wenigstens 6 Stunden Ruhe in der Nacht. Dann fingen die ersten Lobbyisten an, Schwarz-Gelb neue Parolen ins Ohr zu flüstern, am Anfang noch ohne großen Erfolg. Ich erinnere mich gut an den ersten parlamentarischen Abend von Lufthansa Cargo und die ehrliche Empörung zum Beispiel des heutigen Staatsministers Michael Boddenberg, als dort erstmals nur noch wenig versteckt die Forderung nach einem Ausbau UND Nachtflügen geäußert wurde. Lang, lang ist es her…

Diese Regierung hat 2007 ihr Versprechen gebrochen: Sie hat den Ausbau UND durchschnittlich 150 Nachtflüge zwischen 22 und 6 Uhr genehmigt, davon 17 Flüge in der vorher geradezu zum Heiligtum erklärten Mediationsnachtzwischen 23 und 5 Uhr. Der Grund waren die Einflüsterungen der Luftverkehrswirtschaft, die Begründung damals natürlich eine andere: Wenn man diese Ausnahmen vom Nachtflugverbot nicht genehmigen würde, könne man Nachtflüge überhaupt nicht rechtssicher einschränken, das würde vor Gericht scheitern. Sie haben dann im Jahre 2008 erklärt, dass eine Planergänzung mit dem Ziel, das absolute Nachtflugverbot nachträglich einzuführen, den gesamten Ausbau gefährde. Ich denke in diesen Tagen an manche Presseerklärung der Landesregierung und von CDU und FDP, an manche Kommentare beispielsweise in FAZ und Wiesbadener Kurier, aber auch an manche Äußerungen eines gewissen Jürgen Walter im Oktober 2008 zurück.

Die Begründung für das nicht gehaltene Versprechen eines absoluten Nachtflugverbotes und die angebliche Unmöglichkeit einer nachträglichen Veränderung der Planfeststellung war schlicht falsch, von vorne bis hinten falsch. Der Verwaltungsgerichtshof in Kassel hat, im Gegenteil, genau diesen Teil des Planfeststellungsbeschlusses 2009 aufgehoben und als rechtsfehlerhafte Abwägung bezeichnet. Er hat, im Gegenteil, genau die Planergänzung gefordert, die sie vorher als rechtlich unmöglich bezeichnet haben. Und jetzt, Kolleginnen und Kollegen von CDU und FDP, wird die ganze schreckliche Geschichte noch schlimmer: Schlimm genug, dass Sie ihr eigenes Versprechen nicht einhalten wollten. Jetzt hatten Sie alle Instrumente in der Hand, um Ihr Versprechen zu halten. Der Verwaltungsgerichtshof hat Sie sogar aufgefordert, Ihr Versprechen zu halten. Was machen Sie? Sie gehen in Revision vor das Bundesverwaltungsgericht, um dagegen zu klagen, Ihr eigenes Versprechen zu halten. Ich an Ihrer Stelle würde rot werden vor Scham.

Die Begründung diesmal: Die Landesregierung sei geradezu gezwungen, Revision einzulegen, man bräuchte jetzt endlich Rechtssicherheit, und deshalb sei es geradezu zwingend, Revision einzulegen. Auch diese Begründung ist schlicht falsch. Rechtssicherheit bekommt man durch ein Urteil der höchsten Instanz, das ist richtig. Aber dazu bräuchte es keine Revision des Landes Hessen, schließlich ist das Land Hessen nicht der einzige Kläger. Wenn die Landesregierung morgen beschließen würde, die Revision zurückzunehmen, es gäbe trotzdem am 13. März 2012 eine Verhandlung und in der Folge ein Urteil. Aber die Rücknahme der Revision wäre ein deutliches Zeichen, auch an das Bundesverwaltungsgericht, dass die Landesregierung das Nachtflugverbot endlich akzeptiert und ein Interesse daran hat, dass es kommt.

Das absolute Nachtflugverbot wurde erst von klagenden Anwohnerinnen und Anwohnern und den Städten Rüsselsheim und Offenbach vor 3 Wochen gegen diejenigen durchgesetzt, die genau dieses Nachtflugverbot immer versprochen hatten. Spätestens jetzt müssten sie doch merken, was für eine Katastrophe für das Vertrauen in die Politik Sie angerichtet haben und endlich die Revision zurücknehmen.

Es geht in diesem Trauerspiel aber nicht nur um die Politik, es geht auch um die Rolle der Luftverkehrswirtschaft. Der Lufthansa-Chef Christoph Franz hat vor 2 Wochen im Spiegel den Gipfel des Irrsinns erreicht. Er hat dort wörtlich gesagt: „Der Preis für die neue Landebahn ist mit dem totalen Nachtflugverbot zu hoch“ und weiter: „Hätten wir diese Entwicklung vorhergesehen, hätte unsere Forderung nach einer neuen Bahn ganz anders ausgesehen.“ Ganz abgesehen davon, dass ich glaube, einen offensichtlicheren Versuch, Druck auf das Bundesverwaltungsgerichts auszuüben hat es noch nie gegeben, übersetze ich das mal: Die Lufthansa, die den Bau der neuen Bahn als erste forderte und damit letztlich den Ausbau in Gang setzte, hatte nie vor, sich an das Nachtflugverbot zu halten und hat immer drauf vertraut, dass auch die Landesregierung willige Vollstreckerin ihrer Wünsche sein wird. Ich weiß nicht, ob Herr Franz ein gläubiger Mensch ist, aber ich finde, von den sieben Todsünden begeht er mindestens drei: Habgier, weil ihm eine Steigerung von unter 500.000 auf mindestens 750.000 Flugbewegungen im Jahr nicht genügt. Nein, er möchte auch noch in der Zeit von 23 bis 5 Uhr die Anwohnerinnen und Anwohner um des schnöden Mammons willen quälen. Maßlosigkeit, weil ihm eine Steigerung von mindestens 50 Prozent der Bewegungen immer noch nicht genügt. Und Hochmut, weil ihm die Nöte der Anwohnerinnen und Anwohner offensichtlich völlig egal sind.

Natürlich ist es geradezu irrsinnig, wenn jetzt innerhalb von 10 Tagen der Flugplan von Lufthansa Cargo umgestrickt werden musste und jetzt jeden Abend kurz vor 23 Uhr ein Frachtflugzeug nach Köln startet, dort ein paar Stunden wartet, um dann von dort nach China zu fliegen. Aber, und das sage ich auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Lufthansa Cargo: Schuld daran sind nicht die Ausbaugegner. Schuld daran ist der Lufthansavorstand, der mindestens 2 Jahre Zeit hatte, um sich um neue Slots für den Flug nach China zu bemühen, es aber nicht getan hat, weil er das Nachtflugverbot schlicht ignoriert hat. Schuld daran ist die hessische Landesregierung, die genau diesem Vorstand offensichtlich immer gesagt hat, dass das Nachtflugverbot am Ende nicht kommt, obwohl sie genau dieses selbst versprochen hat. Und: Die Tatsache, dass das Flugzeug ja offensichtlich vor 23 Uhr komplett beladen werden kann beweist, dass das Argument, der Interkontinentalverkehr vertrage keine Nachtruhe in Frankfurt, offensichtlich immer falsch war. Im Übrigen: Selbst Herr Franz behauptet nicht, dass die Zunahme des Verkehrs um 50 Prozent auf mindestens 750.000 Flugbewegungen im Jahr nicht genügend Arbeitsplätze schafft, um den Wegfall von 10 Flügen in der Nacht zu kompensieren. Die beiden letzten Nächte haben bewiesen, dass ein Nachflugverbot absolut machbar ist,

Ich fordere die Landesregierung auf, sich Ihre Argumente nicht mehr von solchen Leuten einflüstern zu lassen, sondern endlich Ihrem Amtseid entsprechend die Interessen der hessischen Bevölkerung zu vertreten. Es geht jetzt darum, das Leben rund um den Flughafen nicht immer unerträglicher werden zu lassen, sondern endlich im Sinne der Bürgerinnen und Bürger zu handeln und nicht immer im Sinne dieser maßlosen Menschen in der Luftverkehrswirtschaft zu handeln.

Es ist jetzt 11 Jahre her, dass der Landtag 3 Tage lang in den Rhein-Main-Hallen die große Anhörung zum Mediationsergebnis durchführte. Es ist geradezu ein Witz, dass es vom Mai 2000 bis zum Oktober 2011 dauert, bis der Verkehrsminister Posch eine „Task Force“ einrichtet, die sich mit der offensichtlich völlig überraschenden Frage auseinandersetzen soll, was man denn für zusätzlichen Lärmschutz am Flughafen tun kann.

Wir könnten schon längst einen anderen, steileren Anflugwinkel haben, damit die Flugzeuge aus größerer Höhe anfliegen, schneller sinken und dadurch weniger Menschen belästigen. Wir brauchen sie nicht irgendwann, sondern JETZT.

Wir könnten schon längst Steilstarts haben, damit die Flugzeuge schneller an Höhe gewinnen. Wir brauchen sie nicht irgendwann, sondern JETZT.

Wir könnten schon längst eine noch höhere Gebührenspreizung bei den Start- und Landegebühren haben, um lautere Flugzeuge noch stärker zu belasten und dadurch einen Anreiz zu geben, die Flugzeugflotten schneller zu modernisieren. Eine MD 11 F ist nicht nur nachts, sondern auch tagsüber eine Zumutung. Wir brauchen diese stärkere Spreizung nicht irgendwann, sondern JETZT.

Wir brauchen ein Nachtflugverbot, nicht nur für ein halbes Jahr, sondern dauerhaft. Deswegen ziehen Sie JETZT ihren Revisionsantrag zurück.

Wir müssen auch die Teile der Nacht ins Auge fassen, die bisher nicht vom Nachtflugverbot erfasst sind.

Und wir müssen es im Luftverkehrsgesetz hinbekommen, dass Aufgabe der Flugsicherung nicht nur wie bisher Sicherheit und maximale Kapazitätsauslastung ist, sondern Sicherheit UND Lärmschutz Aufgaben der DFS werden, und das brauchen wir nicht irgendwann, sondern JETZT.

Es ist schon genug Vertrauen verspielt worden, es sind genug Unwahrheiten verbreitet worden, die Bürgerinnen und Bürger müssen mit ihren Nöten endlich ernstgenommen werden – JETZT!“


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Sonntag 30.Oktober - 20:06 Uhr

30.10.2011 Grüne: Erste Nacht ohne Fluglärm - zusätzlicher Fluglärmschutz bleibt nötig

GRÜNE freuen sich auf die erste Nacht ohne Fluglärm: Nachtflugverbot ist möglich - zusätzlicher Fluglärmschutz bleibt nötig


Die erste Nacht mit gültigem Nachtflugverbot ist für die GRÜNEN im Landtag der endgültige Beweis,dass ein Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen möglich ist. „Ab der Nacht von Sonntag auf Montag gilt das Nachtflugverbot. Endlich werden die Menschen in der Rhein-Main-Region wenigstens in der Nacht vor Fluglärm geschützt. Und entgegen dem Gerede der Lufthansa und ihren willigen Vollstreckern in der Landesregierung wird die Luftverkehrswirtschaft nicht untergehen.

Was jetzt kurzfristig aufgrund der Entscheidung des Verwaltungsgerichts möglich war, muss künftig dauerhaft verankert werden. Die Landesregierung muss endlich einsehen, dass sie in erster Linie den Bürgerinnen und Bürgern gegenüber verantwortlich ist und nicht der Luftverkehrswirtschaft.

 

Wir fordern CDU und FDP daher erneut auf, ihre Klage gegen das Nachtflugverbot zurückzunehmen“, so der für Fragen des Flugverkehrs zuständige Landtagsabgeordnete von Bündnis 90 / DIE GRÜNEN, Frank Kaufmann.

Das Nachtflugverbot sei aber nur ein Teil eines umfassenden Pakets zum Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm.


„Nur knapp sechs, in Ausnahmefällen sogar nur fünf,  Stunden tatsächlicher Ruhe in der Nacht sind einfach entschieden zu wenig. Wir brauchen deutlich mehr aktiven Fluglärmschutz, damit auchtagsüber und vor allem in den Abendstunden die Beeinträchtigung des Alltagslebens erträglich wird.

Und wir brauchen nicht nur vorläufigen, sondern dauerhaften Schutz.“

Die GRÜNEN verweisen auf die aktuelle Flut von Beschwerden über Fluglärm, die häufig echteVerzweiflung ausdrückten, wenn Anwohner sogar von Fluglärmterror sprechen. Darunter seien auchnbviele, die lange Zeit den Flughafenausbau befürwortet hätten, da sie die Konsequenzen, nämlich die erhebliche zusätzliche Belastungen durch Fluglärm nicht erkennen wollten. Diesen Menschen müsse man helfen und nicht wie Minister Posch (FDP) es tue, die Zunahme des Fluglärms leugnen und von einer ‚lediglich anderen Verteilung‘ faseln. „Wer – wie Posch – vor Gericht für mehr nächtlichen Fluglärm streitet, entlarvt sich als Heuchler, wenn er jetzt gleichzeitig Schutz vor Fluglärm verspricht“, kritisiert Kaufmann, „deshalb ist die neue ‚Task-Force‘ offensichtlich auch nur eine Alibiveranstaltung.“


Nach Auffassung der GRÜNEN müsse für die Flugsicherung neben der Sicherheit ein Minimierungsgebot für die Fluglärmbelastung als vorrangige Aufgabe gesetzlich vorgeschrieben werden. „Hier sollte die Landesregierung über den Bundesrat endlich tätig werden und außerdem unverzüglich ihren Revisionsantrag gegen das Nachtflugverbot beim Bundesverwaltungsgericht zurückziehen“, fordert Kaufmann.

 

 

„Die Zeiten, in denen der Luftverkehrswirtschaft jeder noch so laute Wunsch von der Politik willfährig erfüllt wurde, müssen endgültig vorbei sein.“

------------------------------

 

Pressestelle der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Hessischen Landtag

Pressesprecherin: Elke Cezanne Schlossplatz 1-3; 65183 Wiesbaden

Fon: 0611/350597; Fax: 0611/350601

Mail: presse-gruene@ltg.hessen.de

Web: http://www.gruene-hessen.de/landtag


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Sonntag 9.Oktober - 22:01 Uhr

9.10.2011 Frau Wacker an die Deutsche Flugsicherung

Sehr geehrter Herr Wächter,

vielen Dank für Ihr Schreiben. Leider muss ich Sie fragen, ob Sie mein Schreiben überhaupt gelesen haben, oder ob Sie pauschal per Insider-Deutsch antworten, also in dieser Herrschaftssprache, die nur dazu da ist, die Bürger für dumm zu verkaufen, zu verunsichern und mundtot zu machen?

Glauben Sie ernsthaft, dass es mich interessiert, ob der geballte Wahnsinn über mir CHARLY, Tango oder Bravo heißt, und dass ich meine kostbare Zeit auch noch damit vergeude, diesen Irrsinn, den Sie uns täglich zumuten, mir auch noch im Internet anzusehen?

Die Verantwortlichen für diesen unerträglichen Fluglärm täten gut daran, die betroffenen Bürger endlich ernst zu nehmen, ihre Versprechen zu halten und die Sprüche, vor wegen "guter Nachbarschaft" umzusetzen. Alles was Sie mit Ihrem Verhalten erreichen ist, die Menschen wütend und aggressiv zu machen. Es sollte Ihnen nicht entgangen sein, dass sich in der gesamten Region enttäuschte Betroffene zu Initiativen zusammenschließen und vernetzen, da sie sich von Politik, Fraport und DFS im Stich gelassen fühlen.
Nennen Sie das "gute Nachbarschaft"?

Ich werde meine Zeit und meine Kraft jetzt sinnvoll einsetzen und habe mich ebenfalls einer Bürgerinitiative angeschlossen.

Gruß
U.Wacker

 

Am 26. September 2011 11:25 schrieb <fluglaerm@dfs.de>:

Sehr geehrte Frau Wacker,

vielen Dank für Ihre Anfrage vom 27.07. bzgl. der Flugverkehrssituation im Bereich F-Bonames. Für die aufgrund des hohen Aufkommens an Anfragen verzögerte Beantwortung dürfen wir uns einleitend entschuldigen.

 

Die von Ihnen beschriebenen Auswirkungen, die sich in einer Betroffenheit der Wohnbevölkerung durch den Flugbetrieb niederschlagen, sind der Inbetriebnahme der vierten Bahn am Flughafen Frankfurt geschuldet. Zu den wesentlichen Auswirkungen der Inbetriebnahme gehört unter anderem die notwendige Absenkung des anflugrelevanten Luftraums C (Charlie) an den äußeren West- und Osträndern des Nahverkehrsbereichs des Flughafens. Die Absenkung des Luftraumes von 4500  auf 3500 Fuß (also um ca. 300 Meter) resultiert aus der Tatsache, dass mit der Inbetriebnahme der neuen Landebahn parallele, voneinander unabhängige Anflüge auf das zukünftige Landebahnsystem festgelegt wurden. Ebenso wurde in mehreren Paketen zur Änderung von Flugverfahren und Luftraumstrukturen die eigentliche Inbetriebnahme am 20. Oktober 2011 vorbereitet, um die Fluglotsen und Cockpit-Crews sukzessive auf die veränderten Rahmenbedingungen vorzubereiten.  

 

Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH ist stets bemüht, die negativen Auswirkungen bei der Ausübung ihres gesetzlichen Auftrags so gering wie möglich zu halten. Die bereits erfolgten und weiter zu erwartenden Verkehrssteigerungen haben wir, gemäß § 27c LuftVG sicher, geordnet und flüssig abzuwickeln. Dabei haben wir, so sieht es der 29b LuftVG vor, auf den Schutz der Bevölkerung vor unzumutbarem Fluglärm hinzuwirken. 

 

Leider ist unsere Verkehrsabwicklung bei den bereits erfolgten und zukünftig in noch größerem Maße zu erwartenden Verkehrssteigerungen flugsicherungsseitig zurzeit nicht anders darstellbar. So beträgt die Mindestflughöhe auf dem nördlichen Gegenanflug 4000 Fuß (1200 Meter) und wurde auch so per Rechtsverordnung durch das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung rechtsgültig in Kraft gesetzt. Nach der eigentlichen Inbetriebnahme der neuen Landebahn am Flughafen Frankfurt werden die etablierten Verfahren, die das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung im Wege der Rechtsverordnung festgelegt hat, regelmäßig mit dem tatsächlichen Flugbetrieb abgeglichen, um mögliche Verbesserungspotentiale auszumachen.

 

Zu guter Letzt verweisen wir auf zwei Internetangebote, die Ihnen einen guten Überblick verschaffen sollten, wie sich die Überflugsituation in Rhein-Main zurzeit darstellt:

 

http://www.dfs.de/dfs/internet_2008/module/fliegen_und_umwelt/deutsch/fliegen_und_umwelt/flugverlaeufe/index.html - unter Frankfurt sowie http://casper.umwelthaus.org/dfs/

 

 

Wir hoffen, dass Ihnen diese Informationen dienlich sind.

 

 

Mit freundlichen Grüßen
i.A. Matthias Wächter

Geschäftsbereich Center
CC/FX-M
Tel:  ++49 (0) 6103 - 707 6026
Fax: ++49 (0) 6103 - 707 6259
Mail: fluglaerm@dfs.de

Die in diesem Schreiben enthaltenen Informationen erhalten Sie gebührenfrei gem. § 12 Abs. 1 Satz 2 Umweltinformationsgesetz, § 1 Abs. 1 Verordnung über Kosten für Amtshandlungen der informationspflichtigen Stellen beim Vollzug des Umweltinformationsgesetzes (Umweltinformationskostenverordnung) in Verbindung mit Ziffer A.1.1 des Kostenverzeichnisses (Anlage zu § 1 Abs. 1 Umweltinformationskostenverordnung).

Gegen diesen Bescheid können Sie innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe schriftlich oder zur Niederschrift Widerspruch bei der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH, Bereich VR/R, Am DFS-Campus 10, 63225 Langen, erheben.

Ihre Daten werden ausschließlich zum Zwecke einer ordnungsgemäßen DFS-internen Bearbeitung elektronisch gespeichert.

 

sehr geehrte damen und herren,

 

am 23.7.2011, 11.07 Uhr überflog eine 4-strahlige maschine bonames in einer höhe von max. 700 m, kurz darauf eine 2. 2-strahlige in geringem abstand in gleicher geringer höhe. heute 27.7.2011,10.29, 10.30 uhr ueberflogen
wiederum 2 maschinen in geringem abstand und in ebenfalls geringer höhe - max. 700 m - unseren stadtteil, alle von west -> ost. daraufhin hab ich mein zuhause verlassen, weil dieser zirkus nicht mehr zu ertragen war. als ich zurückkam, flogen die maschinen nun von ost -> west, wurden dabei von anderen gekreuzt, wild durcheinander.

Ich möchte von ihnen wissen, warum die von der cdu versprochene "beträchtliche" flughöhe von 2 - 3 km nicht eingehalten wird. die über uns hinwegdonnernden flugzeuge haben in der regel max. 1 km an höhe. warum wurde die flughöhe ab dem 10.3.2011geändert, und wann wird die alte flughöhe (vor dem 10.3.2011) wieder hergestellt?

was hier im norden frankfurts abläuft, ist für die bevölkerung unzumutbar. sie wissen selbst, dass max. 3 stdn ruhe pro tag herrschen, wenn überhaupt. haben menschen, die fliegen mehr rechte, als die, welche sich am boden aufhalten.

es kann nicht sein, dass für 300 passagiere pro flieger 10.000de anwohner schikaniert und gequält werden. wir haben ein recht auf unversehrte gesundheit. wir können diesen unmenschlichen lärm nicht mehr ertragen. auch wir haben ein recht auf sicherheit, z.b. wenn wir autofahren oder maschinen bedienen müssen, evtl.auch fahrgäste am boden transportieren müssen, brauchen wir entspannung und ausreichend schlaf!!!!!

bitte tragen sie sorge dafür, dass die anwohner, wenn die flugrouten nun mal geändert wurden, nicht unnötig schikaniert werden, stellen sie die alten flugrouten wieder her , oder suchen sie bitte intelligentere über unbewohntem gebiet, soweit es geht.

falls finanzielle gruende für die niedrigen flughöhen verantwortlich sind, sollen die fluggesellschaften bitte etwas mehr zahlen, und die bevölkerung endlich von diesem wahnsinn befreien!!!

mit freundlichem gruß

Tags: Fluglärm Flugsicherung Frankfurt-Nord 

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Dienstag 4.Oktober - 21:57 Uhr

4.10.2011 - Anfrage bei der Deutschen Flugsicherung wg. Flughöhen

Sehr geehrter Herr Wächter,

vielen Dank für Ihre Antworten vom 21.4.2011 zu den Fragen zur nördlichen Gegenanflugsroute.

Dazu haben wir noch weitere Nachfragen:

Als im Jahr 2001 (19. April) die damals neue Gegenanflugsroute eingerichtet wurde und 2,8 km weiter im Süden lag, wurde auf die Frage, ob diese Flugroute nicht weiter nach Norden verschoben werden könnte von der Deutschen Flugsicherung gesagt:

DFS-Routenplaner Frank Westenburger lt. Frankfurter Rundschau vom 9.4.2001 "Noch weiter Richtung Taunus gebe es aber "keinen Bewegungsspielraum mehr". Grund: 1000 Meter unter der Gegenanflugsroute kreuzen startende Maschinen den landenden Verkehr. Je weiter dieser Schnittpunkt vom Flughafen entfernt liege, umso länger müssten die startenden Jets dann künstlich niedrig gehalten werden. "Und niedrig fliegende Flugzeuge, sagt der Routenplaner Westenburger "sind wieder lauter als höher fliegende".

Auf die Frage, ob die abfliegenden Flugzeuge nicht doch niedriger fliegen als vor der Verlegung der nördl. Gegenanflusgroute teilten Sie dazu am 21.4.2011 mit, es hätte sich nichts geändert. Halten Sie diese Behauptung weiterhin aufrecht? Seltsamerweise wird diese Veränderung nicht nur augenscheinlich und hörmäßig von den Betroffenen wahrgenommen. Inzwischen gibt es dazu auch Untersuchungen, die für die Landeshauptstadt Wiesbaden, das Land Rheinland-Pfalz und den Main-Kinzig-Kreis durchgeführt wurden, die bestätigen, dass auch das tiefe Gesamtanflugssystem noch tiefer gelegt wurde. Wird auch das von Ihnen bestritten?

@ Ortsbeirat 10: Mit der Bitte, Kontakt auch mit weiteren nördlichen Ortsbeiräten aufzunehmen und bei der Stadt Frankfurt anzufragen, ob nicht auch für den Bereich Frankfurt-Nord Untersuchungen zu den tatsächlichen Flughöhen, entsprechend der Untersuchungen, die in Wiesbaden, Rheinland-Pfalz und Main-Kinzig-Kreis durchgeführt wurden, beauftragt werden können, damit die Bürger über die tatsächlichen Gegebenheiten informiert werden.
(siehe http://www.dfld.de/Link.php?URL=Presse/PMitt/2011/110831c.htm)

Freundliche Grüße
Bürgerinitiative Frankfurt-Nord gegen Fluglärm
i.A. Eberhard Centner
www.frankfurt-nord-gegen-fluglaerm.de


Tags: Deutsche Flugsicherung Frankfurt-Nord Flugrouten Fluglärm 

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Dienstag 26.Juli - 23:32 Uhr

23.7.2011 Frau Wacker an den Flughafen und die CDU

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute, Samstag, den 23. Juli 2011, ca 11.07 Uhr, überflog ein Flugzeug Bonames in sehr geringer Höhe, von West nach Ost, maximal 600 - 700 Meter
hoch, gleich darauf folgte ein zweites, Abstand ca 1 Minute, in gleicher geringer Höhe. Herr Heuser von der CDU versprach, wie vielfach bereits erwähnt,
eine "beträchtliche" Höhe beim Überfliegen von 2 - 3 Km. Teilen Sie mir bitte mit, warum die alte Flughöhe (vor dem 10. März 2011) nicht mehr
eingehalten wird, wer diese geringe Flughöhe von 600 - 700 m veranlasst hat und warum.

Ist Frankfurt jetzt zum Kriegsschauplatz erklärt worden, wo Flugzeuge im Minutentakt im Tiefflug wie Kampfjets über das Stadtgebiet donnern?

Und das am Wochenende, wenn Menschen vielleicht etwas Entspannung und Ruhe brauchen. Haben die Verantwortlichen eigentlich noch einen Rest
Respekt vor der Gesundheit der Bevölkerung? Oder sind Menschen nur interessant als Arbeitnehmer, Abgabenzahler und Konsumenten?

Im HR-Tele-Text wurden übrigens heute die Anlieger der Bergstraße informiert, dass heute 111 Masten für den Bahnbau per Hubschrauber angeliefert
würden und deshalb mit Lärmbelästigungen bis 21 Uhr zu rechnen sei (was den Fluglärm im Frankfurter Norden betrifft, kann ich mich an keine
Information seitens des HR erinnern!!!). Glückliche Bergstraße! Diese Lärmbelästigung hätten wir Fraport-Geplagten auch gern!!! Außerdem fehlt bis
heute eine ehrliche Information der Bevölkerung, was weiterhin über ihren Köpfen geschehen wird. Im Gegenteil - bis zur Kommunalwahl Ende
März 2011 wurde von der CDU jegliche Flugroutenänderung abgestritten. Na sowas!!!! Wo das doch im Bundesanzeiger rechtzeitig veröffentlicht wurde!!!

Falls Sie sich wieder einmal nicht zuständig fühlen, konkrete Angaben zu machen, teilen Sie mir bitte mit, an wen ich mich stattdessen wenden soll,
bitte mit Namen und E-mail-Adresse.

Mit freundlichem Gruß

U.Wacker


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Dienstag 26.Juli - 23:30 Uhr

20.7.2011 Frau Wacker an FRAPORT

Sehr gehrte Fraport AG,

vielen Dank für Ihre Mail. Sie teilen mir mit, ich möge mich mit meinen Beschwerden an die DFS bzw. an die BAF wenden.
Das tue ich gerne. Teilen Sie mir bitte Ansprechpartner + E-mail-Adressen mit.

Da ich mir kaum vorstellen kann, bei DFS bzw. BAF als einzelne Privatperson Beachtung zu finden (ich versuche es
trotzdem gerne), wende ich mich solange weiterhin an Sie, da Sie nun mal der Verursacher des gesundheitsschädigenden
Fluglärms sind und ich die mir zur Verfügung stehende Beschwerde-Tel.-Nr. bzw -E-mail-Adresse gerne in Anspruch nehme,
solange keine erkennbare Besserung für die lärmgeplagte Bevölkerung eingetreten ist.

Warum wir diesem Lärm seit März 2011 nun ausgesetzt sind, wie und wo und warum der nördliche Gegenanflug nun so
verläuft, wie er verläuft, das hat man uns nun zur Genüge auf unterschiedlichem Niveau und anhand von ungenauen Karten
mitgeteilt, nur nutzt uns Anwohnern das alles nichts, solange für uns keine Besserung eintritt, und für uns auch nicht
erkennbar ist, dass man sich überhaupt von Seiten der Verantwortlichen darum bemüht.

Im Gegenteil hat sich an der Lärmsituation kaum etwas verändert,

im Tiefflug alle zwei Minuten eine Maschine mit jaulenden Triebwerken in geringer Höhe, kaum 1 km hoch, von morgens
5 bis nachts 2 uhr. Manchmal werden die 3 Stunden Ruhe auch noch gestört. Teilweise kreuzen die Maschine direkt über
unserem Stadtteil in atemberaubender Manier mit geringem Abstand.

Herr Dr.Schmitt sagte mir, die neue Landebahn könne nur von kleinen 2-strahligen Maschinen genutzt werden.
Herr Heuser/CDU schrieb mir, die Flugzeuge befänden sich in einer "beträchtlichen" Höhe von 2 - 3 km.

Beides scheint mir nicht der Wahrheit zu entsprechen, wie ich jetzt auch am Fraport-Tel. erfahren habe.
Demnach könnten die 4-strahligen Flieger zwar die neue Landebahn nicht nutzen, nichts destro trotz sehr wohl
aber den nördlichen Gegenanflug. Höher könnten die Maschinnen nicht fliegen, weil sie einen 3% Winkel bräuchten,
was immer das auch bedeutet, weil sie sonst abstürzten. Das hat man mir in der Tat gesagt!

Was ist jetzt richtig? Es wäre mehr als angebracht, der genervten Bevölkerung endlich die Wahrheit zu sagen,
alle Irreführungen und Hinhaltetaktiken zu unterlassen, uns sachlich auf verständlicher Art und Weise (wir sind
Laien!) mitzuteilen, was Sie bitteschön an unserer unerträglichen Situation zu ändern gedenken und vor allem, dieses
so schnell wie möglich auch umzusetzen!!!

Mit freundlichen Grüßen

U.Wacker


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Dienstag 26.Juli - 23:28 Uhr

20.7.2011 Frank Kaufmann (Grüne MdL) an Frau Wacker

 

Sehr geehrte Frau Wacker,

 

vielen Dank für Ihre Zuschrift (Mail vom 7. Juni 2011), welche mein Kollege Al-Wazir mir jetzt zur Beantwortung weitergeleitet hat. Für die längere Dauer der Beantwortung bitten wir um Nachsicht � wir erhalten zur Zeit sehr viele Zuschriften und Nachfragen.

 

Zu Ihren Fragen möchte ich zunächst den Zusammenhang wie folgt darstellen:

 

Seit dem 10. März 2011 sind die sog. Gegenanflugstrecken gegenüber ihrer bisherigen Führung verlagert worden, die nördliche um knapp 3 km nach Norden, die südliche etwas weniger in Richtung Süden (vgl. beigefügte Karte: früher blau, jetzt rot). Dazu muss man noch wissen, dass die dargestellten Flugrouten jeweils einen knapp 2 km (1 NM) breiten Korridor beinhalten, wodurch faktisch auch ein relativ breiter Lärmteppich erzeugt wird. Die Gegenanflugstecken sind grundsätzlich für beide Betriebsrichtungen gültig, wobei sie unterschiedlich stark belegt sind. So wird beispielsweise die Gegenanflugstecke über dem Stadtgebiet von Frankfurt stärker bei Betriebsrichtung 07 genutzt, also regelmäßig bei stabilen Hochdruckwetterlagen, wie sie z. B. an Ostern 2011 bestand. Deshalb war die � neuerlich angewachsene � Fluglärmbelastung über die Feiertage auch sehr deutlich zu erfahren.

 

Für die Festlegung der Flugrouten und somit auch der Gegenanflugstrecken ist die Deutsche Flugsicherung (DFS) fachlich zuständig, deren Planungen sodann von Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung, einer nachgeordneten Behörde des Bundesverkehrsministeriums und des Luftfahrtbundesamtes genehmigt werden. Dies ist im angesprochenen Fall auch alles erfolgt, die Verordnung wurde im Februar 2011 veröffentlicht. Das gesamte Verfahren läuft nach der gültigen Rechtslage allerdings ohne jede Beteiligung der Öffentlichkeit ab � sodass die Betroffenen es meist erst erfahren, wenn neue Flugrouten eingeführt werden. Problematisch ist in diesem Zusammenhang zusätzlich, dass die Aufgaben der DFS nach § 27 c LuftVG zwar in der Abwicklung eines sicheren, geordneten und flüssigen Luftverkehrs definiert sind, hierbei aber der Lärmschutz der Bevölkerung nicht genannt ist, sondern allenfalls nachrangig berücksichtigt wird.

 

Aus GRÜNER Sicht ist es deshalb besonders wichtig, dass durch Änderung des Luftverkehrsgesetzes für die Flugroutenfestlegung endlich ein Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung vorgeschrieben wird, so dass Einsprüche von Betroffenen vorgebracht werden können und von der Behörde auch zu würdigen sind. Mit einer weiteren Änderung wollen wir, dass zu den originären gesetzlichen Aufgaben der Flugsicherung auch der Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm gehört, damit dieser Aspekt bei der Planung von Routen von Anfang an gleichrangig mit der Sicherheit Beachtung findet.

 

Die jetzt erfahrenen Folgen der Flugroutenverschiebung sind bedauerlicherweise erst der Anfang wachsender Belastungen der Rhein-Main Region durch den Fluglärm. Diese Maßnahme diente nämlich der Vorbereitung der Inbetriebnahme der neuen Landebahn Nordwest, die ab Oktober erfolgen soll. Damit wird bekanntlich das Ziel verfolgt, dass immer mehr Flugbetrieb am Flughafen Frankfurt ermöglicht wird, was somit auch bedeutet, dass die Routen immer dichter belegt werden und in Folge davon die Fluglärmbelastung immer größer werden wird.

 

Diese Folge des Ausbaus hatten wir GRÜNE bereits von Anfang der Debatte um den Flughafenausbau an deutlich beschrieben und auch in diversen Wahlkämpfen thematisiert. Da die Befürworter des Ausbaus diese Wahlen stets gewonnen haben, müssen wir konstatieren, dass bei der Bevölkerung das Fluglärmproblem überwiegend nicht als wahlentscheidend bewertet wurde � selbst nicht an Orten, die damals schon hoch belastet waren. Insoweit hatte Ministerpräsident a. D. Roland Koch (CDU) leider recht, wenn er darauf verwies, dass die Entscheidung für den Flughafenausbau mehrheitlich von den Wählerinnen und Wählern in mehreren Wahlen unterstützt wurde.

 

Die hessische CDU / FDP - Regierung hat übrigens anschließend alle Menschen im Rhein-Main Gebiet betrogen � indem sie erst hoch und heilig das Nachtflugverbot versprochen hatte und nun aktuell dagegen vor Gericht zu Felde zieht. Der Kampf um die Durchsetzung eines Nachtflugverbots, also einer nächtlichen Betriebsruhe am Flughafen und damit wenigstens einiger Stunden Nachtruhe zum Schlafen wird von uns GRÜNEN weiter geführt und keineswegs als aussichtslos betrachtet. So wenden wir uns auch strikt gegen die Versuche der CDU / FDP - Koalition in Berlin, ein Nachtflugverbot gesetzlich zu verbieten, wie es der Koalitionsvertrag vom Herbst 2009 vorsieht.

 

Zu Ihren konkreten Fragen antworte ich wie folgt:

- wer uns wahrheitsgemäß informiert

Aus dem dargestellten Zusammenhang wird deutlich, dass sich die Flugrouten geändert haben und damit auch Ihre Lärmbelastung gestiegen ist;
- ob es für die nördlichen Frankfurter Stadtteile, oder auch Orte wie Bad Vilbel, Bad Homburg usw. Planfeststellungsverfahren und Mediationen gegeben hat

Die Stadt Frankfurt war � nicht nur als Miteigentümerin von Fraport � am Planfeststellungsverfahren beteiligt; die Unterlagen haben in Frankfurt auch öffentlich ausgelegen und es konnten Einwendungen aus der Bevölkerung gemacht werden. In diesem Verfahren wurden allerdings die Flugrouten nicht verbindlich festgelegt, sodass diese auch nicht Gegenstand von Kritik sein konnten; hierfür gibt es � wie dargestellt � kein Verfahren mit Beteiligung der Öffentlichkeit;
- wenn ja, warum wir darüber nicht informiert und/oder einbezogen wurden

Wie geschildert, verlangt es die gültige Gesetzeslage nicht, dass die betroffenen einbezogen werden; wir GRÜNE wollen dies dringend ändern � dazu bedarf es einer Gesetzesänderung auf Bundesebene;
- ob diese Flugrouten schon festgelegt sind und ob es dafür eine rechtliche Grundlage gibt

Wie dargelegt, sind die neuen Routen durch Verordnung festgesetzt. Eine solche Verordnung kann natürlich auch wieder geändert werden. Bedauerlicherweise engagiert sich die hessische Landesregierung nicht für dieses Anliegen mit der Begründung, sie sei nicht zuständig;
- warum die Routen in dieser Weise geändert wurden

Da die neue Landebahn Nordwest weiter nördlich liegt und es nach den internationalen Vorgaben einen Mindestabstand der Flugrouten (5 NM bei den Gegenanflugstrecken) gibt, rücken diese auch weiter nach Norden;
- ob wir eine Chance haben, uns zu wehren, und welche

Es lohnt sich gewiss, über Bürgerinitiativen Kontakt mit gleichermaßen Betroffenen aufzunehmen und gemeinsame Aktionen zu unternehmen. Insbesondere kann man Fluglärmbeschwerden (z. B. über www.dfld.de )  formulieren und ggf. bei der Stadt Lärmmessungen verlangen, um die Situation objektiv zu klären;
- ob es andere Gruppen gibt, mit denen wir zusammen arbeiten  können

Das Bündnis der Bürgerinitiativen (www.flughafen-bi.de/) nennt Möglichkeiten der Zusammenarbeit; für den Frankfurter Norden gibt es die Adresse: BI Frankfurter Norden gegen Fluglärm Rainer Schultz  Matternstraße 24  60435 Frankfurt  Tel.: 069/ 9540-9651  Fax: 069/9540-3189  E-Mail: Rainer.Schultz@t-online.de  und nachtflugverbot@yahoo.de
- oder ob ich jetzt wirklich meine Frankfurter Heimat, in der ich seit über 50 Jahren lebe, verlassen und mein Zuhause aufgeben muss.

Diese Frage können letztlich nur Sie selbst beantworten. Was die Fluglärmsituation angeht, kann ich Ihnen allerdings keine konkrete Hoffnung machen, dass sie sich absehbar bessert. Im Gegenteil ist der geplant zunehmende Flugverkehr eher ein Grund für eine weitere Steigerung der Lärmbelastungen. Deshalb ist unser Engagement für die Durchsetzung des versprochenen und dringend notwendigen Nachtflugverbots umso wichtiger, damit es wenigstens einige Stunden ohne Fluglärm zum ungestörten Schlafen gibt.

 

Ich kann Ihnen versichern, dass wir GRÜNE uns weiterhin für den Schutz der Menschen im gesamten Rhein-Main Gebiet vor Fluglärmbelastungen einsetzen werden; dies ist und bleibt ein Schwerpunkt unserer Arbeit.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Frank Kaufmann  MdL

 

Sprecher für Haushaltspolitik

und Finanzcontrolling sowie

Flugverkehr und Straßenbau

 

 

 

 

Schlossplatz 1-3

65183 Wiesbaden

 

Tel. 0611-350 747

Fax: 0611-350 600

 

fp.kaufmann@ltg.hessen.de

www.gruene-fraktion-hessen.de

www.frank-kaufmann-mdl.de


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Dienstag 26.Juli - 23:26 Uhr

15.7.2011 Frau Wacker an Petra Roth und andere

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für alle Infos, Briefe und E-mails, die ich von Ihnen erhalten habe. Leider bringen sie mich alle nicht weiter, weil sie entweder nur Hinhaltecharakter
haben, immer wieder die gleichen Begründungen für den Fluglärm und die gleichen Karten enthalten, die mal bunt, mal schwarzweiss, zudem kaum erkennbar ist,
um welche Stadtteile es sich eigentlich handelt, die hier überflogen werden, oder aber die Informationen von einem Laien wie mir nicht nachvollziehbar sind,
was möglicherweise so gewollt ist. Oder es wird immer wieder mitgeteilt, dass der nördliche Gegenanflug nach Norden verlagert werden muss, weil die neue
Landebahn im Norden liegt (von Knoten ist die Rede) .... usw. usw. usw, immer wieder Auskünfte ohne wirklich Auskunft zu geben. Es wird auf die Mitteilung im
Bundesanzeiger verwiesen, wo die Routenänderung mitgeteilt worden sei... nur welcher Durchschnittsbürger weiss, was der Bundesanzeiger ist? Nur fadenscheinige
Gründe, warum wir diesen Höllenlärm jetzt hinnehmen müssen.

Nicht enthalten ist der Grund, warum man den Gegenanflug nicht noch weiter nach Norden verschieben kann, z.B. über Bad Homburg, wo, soweit
ich gehört habe, Fraport-Chef Dr.Schulte wohnt. Wäre vielleicht ganz interessant für ihn zu erfahren, was seine Mitmenschen duch den Flughafenausbau
zu erleiden haben.

Was ich endlich wissen möchte ist:

Was tun Sie eigentlich wirklich konkret, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen? Rücksichtslos werden bewohnte Gebiete seid dem 10.3.2011 in geringer
Höhe rund um die Uhr im Minutentakt überflogen. Die Aussage der CDU vor der Wahl im März 2011, es habe sich an den Flugrouten nichts verändert,
die Mitteilung von Herrn Heuser/CDU vom 8. Juni 2011, die Flugzeuge überflögen Bonames garnicht und die anderen nördlichen Stadtteile in einer Höhe
von 2 - 3 Km, der nördliche Gegenanflug würde nur von 2-strahligen Maschinen benutzt usw. usw. usw. - nichts entspricht den Tatsachen.

Ich bin vor einigen Wochen zu meinem Sohn nach Wien geflüchtet, weil ich diesen menschenverachtenden Lärm nicht mehr ertragen konnte und ich endlich
einmal wieder ungestört schlafen musste. Ich hatte die Hoffnung, dass sich die Situation bis zu meiner Rüchkehr entspannt haben würde, weil bei dem
Treffen des Ortsbeirats 10 am 20. Juni auf  dem Frankfurter Berg die Hoffnung aufkam, dass die Flughöhe wieder auf das Niveau vor dem 10.3.2011 angehoben
werden könnte, dass eine Lärmmessstaton aufgebaut werden sollte, denn auf Ihren bunten und schwarzweissen Karten ist ersichtlich, dass es im Norden gar
keine Messstation gibt. Ausserdem sollte das Testverfahren der Fraport bis Ende Juni abgeschlossen sein.

Nun bin ich wieder in Frankfurt. Nichts hat sich geändert. Heute, am 15. Juli 2011, wurde Bonames im Minutentakt in sehr geringer Höhe von ca. einem Km,
pausenlos überflogen. Es waren auch 4-strahlige Maschinen dabei. Frankfurt war mal eine schöne und liebenswerte Stadt, das Rhein-Main-Gebiet im Herzen
Europas war ein wunderschöner Platz zum Leben. Leider ist alles Dank Fraport und CDU zu einem menschenverachtenden System von Start- und Lande-
bahnen verkommen. Es ist mir jetzt bei meiner Rückreise ganz besonders aufgefallen: Lebensqualität gibt es hier keine mehr!

Noch aufgefallen ist mir, dass es offensichtlich 2 Klassen  von Transporteuren gibt. Die einen, die durch die Luft kutschen und scheinbar unantastbar sind,
und die anderen, die einen wirklich harten Job machen, die bedauernswerten Brummifahrer, die genauso für unseren Wohlstand sorgen, Güter liefern, jede
Menge Maut bezahlen, Ruhepausen einhalten müssen und das wohl auch wollen, aber nicht können, weil es nicht genügend Parkplätze gibt. Wie beschämend
ist das denn? Eine neue Landebahn kann gebaut werden, genügend Parkplätze aber nicht. Soviel zum Thema Sicherheit.

Übrigens Sicherheit. Was ist das für eine Sicherheit, wenn arbeitende Menschen nachts nicht ausreichend schlafen können, am nächsten Tag Auto fahren,
Maschinen bedienen, Kinder betreuen oder unterrichten usw.? Was ist eigentlich mit Busfahrern, U-Bahn-Fahrern usw., die eine Riesenverantwortung haben
für die Menschen, die sie transportieren. Sicherheit - das Wort fällt immer nur im Bezug zum Fliegen. Sind fliegende Passagiere mehr wert, als fahrende?

Wann wird die Flughöhe endlich wieder auf das Niveau vor dem 10. März 2011 angehoben. Warum überfliegen immer noch 4-strahlige Maschinen den Norden
Frankfurts? Wann tun Sie endlich etwas für die Bürger, deren gewählte Vertreter Sie sind?

Seit heute testet die Lufthansa Biosprit in ihren Maschinen, zumindest in einem Triebwerk, Teststrecke Hamburg - Frankfurt, wie ich soeben in den Nachrichten
erfahren habe.

Kirchen, Unicef aufgemerkt! Am Horn von Afrika sterben Menschen an Hunger und die Lufthansa fliegt mit Biosprit. Wie menschenverachtend ist das denn?

Greenpeace, BUND, NABU aufgemerkt! Es gibt viel zu tun. Wenn die Triebwerke das aushalten, dann Artenvielfalt ade.

Wieviele landwirtschaftliche Flächen, oder gar Wälder werden dann für Monokulturen misbraucht werden. Umweltschutz sieht anders aus!!!!

Mit freundlichen Grüßen

Ursula Wacker


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Freitag 17.Juni - 16:47 Uhr

16.6.2011 Frau Farr an den Ortsvorsteher Lange (CDU)

Guten Abend Herr Lang,

 

wie Sie auch wohne ich hier in Eckenheim an der Grenze zu Preungesheim. Vielleicht können Sie sich an mich erinnern,  ich war auf der Ortsbeiratssitzung im Mai und habe Sie als Ortsvorsteher und den Beirat 10 um eine Anhörung zur neuen und belastenden Fluglärmsituation gebeten. Danke nochmals, dass Sie und der gesamte Ortsbeirat an einer Klärung der Sachlage ebenso interessiert waren und die Anhörung initiiert haben. Das hat mich an diesem Abend beruhigt und ich habe darauf vertraut im Rahmen einer Anhörung  zu erfahren wie die Belastung in Zukunft aussehen wird um daraus persönliche Konsequenzen ziehen zu können – sofern meine Familie und ich überhaupt die Möglichkeit dazu haben. Nicht jeder kann sich dafür entscheiden wegzuziehen wenn sich die Lebensbedingungen vor Ort derart verschlechtert haben und man dem nur mit Ohnmacht begegnen kann. Gerne erzähle ich Ihnen mit welchem Schuldenberg meine Familie dann zu rechnen hätte….

Nun war ich längere Zeit geschäftlich unterwegs und habe jetzt vom Termin und der Besetzung des Podiums Kenntnis genommen.

Herr Lange, darf ich Sie fragen wer im Ortsbeirat an der Auswahl der Podiumsteilnehmer beteiligt war und auf welcher Grundlage die Auswahl erfolgte?

Eine Anhörung ist doch nur dann interessant wenn wir als Bürgerinnen und Bürger über die Vielfalt der Meinungen und Einschätzungen die Möglichkeit bekommen uns ein eigenes Bild der Situation machen zu können.

Sind Sie und der Ortsbeirat 10 an einem Austausch mit mündigen Bürgerinnen und Bürger interessiert und ist Ihnen bewusst, dass es sich für viele Bürger/innen in Ihrem Ortsbezirk um eine existenzielle Angelegenheit handelt? Hier geht es nicht um Sympathien, Parteizugehörigkeit o.ä.

Wollen Sie und der Ortsbeirat nicht auch der Politikverdrossenheit vieler Bürger/innen entgegenwirken, bzw. sehen Sie das nicht auch als Ihre Aufgabe an? Ich hoffe, Sie können meine Frage mit Ja beantworten und werden deshalb dafür Sorge tragen, dass wir über die Vielfalt der Meinungen auf dem Podium und im Publikum eine lebendige und aufschlussreiche Diskussion führen können.

 

Mit freundlichem Gruß
Heike Farr


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Freitag 17.Juni - 16:45 Uhr

16.6.2011 Frau Wacker an den Ortsvorsteher Lange

Sehr geehrter Herr Lange,

wenn ich es richtig mitbekommen habe, ist es Ihnen nicht recht, dass Herr Dr. Fuld als unabhängiger Experte an dem oben erwähnten Treffen teilnimmt.

Ist das so, oder habe ich da was falsch verstanden?

Sollen also nur Fraport freundliche Teilnehmer auf dem Podium sitzen? Ich hatte eigentlich gehofft, diese Veranstaltung würde ENDLICH dazu beitragen,
die Bürger wahrheitsgemäß zu informieren. Offensichtlich ein Irrtum. Man versucht wohl weiterhin, die Anwohner im Dunkeln zu lassen, was bezüglich
der neuen Landebahn geplant ist?

Hinhaltetaktik um klammheimlich Fakten zu schaffen und die Bevölkerung vor vollendete Tatsachen zu stellen?

Ich habe bislang auf all meine Anfragen keine befriedigende Anwort erhalten, weder von Ihrer Partei, noch von Fraport, Presse, Fernsehen, von niemandem.
Nur Beruhigungs-E-Mails und Vertröstungs-Flyer! Wie mächtig ist die Fraport eigentlich, dass man sie so vor unangenehmen Fragen schützt und sie
offensichtlich alles darf?

Welchen Part spielen Sie eigentlich dabei? Wenn ich Demokratie richtig verstanden habe, sind Sie doch für die Bürger zuständig und für deren Sorgen
und Nöte. Dafür sind Sie doch gewählt !????

Deshalb bitte ich Sie, Herrn Dr. Fuld auf Wunsch vieler Anwohner als unabhängigen Experten bei oben erwähntem Treffen zuzulassen.
Es würde jedenfalls, was mich betrifft, dazu beitragen, wieder ein klein wenig Vertrauen herstellen zu können.

Mit freundlichem Gruß

Ursula Wacker


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Freitag 17.Juni - 16:43 Uhr

16.6.2011 weitere Nachfrage bei Herrn Lanz (Umwelthaus) und Antwort

Sehr geehrter Herr Centner,

 

danke für die Aufklärung Ihrer Rolle in der Veranstaltungsplanung- und Durchführung.

Ich bin dem Tenor Ihres Schreibens nach davon ausgegangen, dass Sie in offizieller Funktion anfragen.

Sie sollten sich dann besser an den Veranstalter wenden – ich bin dafür der falsche Ansprechpartner.

Unabhängig deswegen – um nochmal auf Ihre Frage einzugehen – weil ich nur der Satzung verpflichtet bin. Projekte des UNH werden übrigens auch von Kommunen mitfinanziert.

 

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Günter Lanz

 

Umwelt- und Nachbarschaftshaus im Forum Flughafen und Region

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Betreff: Re: Bürgeranhörung zum Fluglärm am 20.6.2011 20:00 Uhr am Frankfurter Berg, Turnhalle Albert-Schweitzer-Schule

 

Sehr geehrter Herr Lanz,

aus Ihren Worten schließe ich, dass Sie es als Zumutung empfinden, einen weiteren Experten, der als unabhängig im folgenden Sinne betrachtet wird, zu akzeptieren.

Mit unabhängigem Experte hat der Bürgerverein natürlich einen vom Flughafenbetreiber und vom Land Hessen bzw. der Stadt Frankfurt unabhängigen Gutachter gemeint. Dies sieht der Bürgerverein eher bei Herrn Dr. Fuld. Er könnte wohl eher die Nöte der lärmbetroffenen Bürger vertreten. Die im Wahrscheinlichen liegenden Frustationen für die Zuhörer sehe ich eher daher kommend, dass die bisher eingeladenen Experten Vorträge (Monologe) halten werden mit entsprechender PP-Präsentation und Informationen, die die Bürger glauben können oder auch nicht. Wenn sie dabei nur einseitige Informationen erhalten, würde zwar nicht nach Sympathie sondern aufgrund begrenzter Informationen entschieden.

Wenn es dann anschließend zu einer Fragerunde kommt und es so abläuft, dass die Bürger zwar Fragen stellen dürfen, die Antworten, seien sie richtig oder falsch, aber nicht kritisch hinterfragen dürfen, dann wird die Frustration sicherlich noch erhöht werden.

Wenn Sie behaupten, Sie seien der "einzig Unabhängige": Wie können Sie das begründen? Wer finanziert das Umwelthaus? Können Sie definitiv die Aussage treffen, dass der Flughafenbetreiber das Umwelthaus nicht teilweise sponsort?

Über den Ablauf kann Ihnen nur der Ortsbeirat 10 bzw. Herr Lange als Ortsvorsteher Auskunft geben. Der Bürgerverein Frankfurter Berg ist bezüglich dieser Veranstaltung lediglich im Vorfeld als Impulsgeber aufgetreten, beobachtet aber genau, ob und wie die Bürger informiert werden und was gegen die neue und nicht hinnehmbare Lärmsituation getan wird.

Freundliche Grüße
Eberhard Centner
Arbeitsgruppe Lärmschutz des Bürgervereins Frankfurter Berg
www.buergerverein-frankfurter-berg.de


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Freitag 17.Juni - 16:42 Uhr

16.6.2011 Nachfrage bei Herrn Lanz (Umwelthaus) und Antwort

Sehr geehrter Herr Centner,

 

Herr Lange hat das richtig eingeschätzt. Herr Fuld ist zum einen kein „unabhängiger Experte“ – er ist stellvertr. Bundesvorsitzender der Bundesvereinigung gegen Fluglärm und als solcher Interessenvertreter.

Zum Anderen entsteht durch eine solche Konstellation schnell eine Diskussion zwischen Podiumsteilnehmern, der die Zuhörer, die an Informationen interessiert sind, überfordert und tw. so meine Erfahrung auch verständnislos und frustiert zurück lässt, da sie Aussagen nicht einschätzen können und letztlich unbewusst gezwungen werden, sich nach Sympathie zu entscheiden.

Daher schlage ich vor, Sie entscheiden zwischen Herrn Fuld und mir, ich sehe das für mich völlig leidenschaftslos.

Ich möchte auch noch darauf hinweisen, dass der Ruf, einen weiteren Podiumsteilnehmer - einen „unabhängigen Experten“  - dabei zu haben mir automatisch unterstellt, Interessenvertreter zu sein. Ich behaupte hingegen – was auch immer andere vermuten – dass ich der einzig Unabhängige bin.

Bei der Gelegenheit wäre ich interessiert an den generellen Rahmenbedingungen der Veranstaltung: Wieviele Teilnehmer, wer außer mir und Frau Michel vom Umweltamt sind noch vorgesehen, wer moderiert die Veranstaltung, ist es eine offene Informationsveranstaltung oder – wie ich es eigentlich bisher verstanden hatte, ähnlich wie in Harheim eine Veranstaltung des Ortsbeirates.

Für Ihre Informationen vorab besten Dank,

wenn Sie möchten, können Sie mich auch gerne telefonisch kontaktieren.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Günter Lanz

 

Umwelt- und Nachbarschaftshaus im Forum Flughafen und Region

Environment & Community Center

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Sehr geehrter Herr Lanz,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Der Bürgerverein Frankfurter Berg und auch Fraktionen im Ortsbeirat 10 hatten vom Ortsvorsteher Lange gefordert, auch wenigstens eine unabhängigen Experten zu dieser Veranstaltung für das Podium einzuladen. Man vertraute erstmal darauf, dass dies geschieht, aber am 6.6.2011 verschickte der Ortsvorsteher Lange die Einladungen und es war zu erkennen, dass kein unabhängiger Experte eingeladen wurde. Daraufhin schlug der Bürgerverein Frankfurter Berg einen unabhängigen Experten vor und zwar Herrn Dr. Berthold Fuld.

Ist Ihnen, Herr Lanz, dieses - wie Herr Lange behauptete - nicht zuzumuten oder könnten Sie sich vorstellen, einen unabhängigen Experten neben sich auf dem Podium zu akzeptieren?

Freundliche Grüße
Eberhard Centner

Arbeitsgruppe Lärmschutz des Bürgervereins Frankfurter Berg
www.buergerverein-frankfurter-berg.de


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Freitag 17.Juni - 16:38 Uhr

16.6.2011 Da Herr Lange nicht antwortet --> Mails wegen Zusammensetzung des Podiums

Sehr geehrter Herr Centner,

 

ich werde vom Umwelthaus aus kommen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Günter Lanz

 

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15.6.2011 an das Umweltdezernat, Umweltamt und Umwelthaus

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

können Sie uns bitte mitteilen, wer von Ihnen bei der o.a. Veranstaltung auf dem Podium sitzen wird?

Freundliche Grüße

Eberhard Centner
Arbeitsgruppe Lärmschutz - Bürgerverein Frankfurter Berg


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Freitag 17.Juni - 12:37 Uhr

15.6.2011 Antwort an Ortsvorsteher Lange (CDU)

Sehr  geehrter Herr Lange,

 

ich habe Ihre Entgegnung auf die Forderung des Bürgervereins Frankfurter Berg nach einem unabhängigen Experten für die Bürgeranhörung am 20.6.2011 mit Befremden aufgenommen.

 

Es ist schon relativ unfair und unverschämt von Ihnen, derartige Bemerkungen zu äußern. Sie müssten sich ganz im Gegenteil sehr zurückhalten, denn was Sie getan haben gegenüber den Bürgern ist nicht hinnehmbar und eigentlich müssten Sie, wenn Sie mal selbstkritisch darüber nachdenken würden, von Ihrem Amt als Ortsvorsteher zurücktreten. Sie hatten am 23.3.2011 bei der Hauptversammlung des Bürgervereins – kurz vor der Wahl (!)– doch tatsächlich den anwesenden Bürgern erzählt, es hätte überhaupt keine Veränderung bezüglich neuer Flugrouten gegeben. Wenigen Wochen zuvor, am 22.2.2011 hatten Sie sich allerdings als Experte in Sachen Flugrouten im Römer gegeben, indem Sie als Antwort auf die berechtigte Frage der Partei FAG zu den Auswirkungen der neuen Flugrouten ein 7-Punkte-Paket gegen den Fluglärm aufführten. Sie haben insofern die anwesenden Mitglieder des Bürgervereins Frankfurter Berg angelogen.  Ich hatte Ihnen diesbezüglich einen ausführliche Brief per EMail am 16.5.2011 geschickt und Fragen dazu gestellt. Sie haben diesen Brief bisher verweigert zu beantworten.

 

Bei der Ortsbeiratssitzung am 3.5.2011, bei der es um den Punkt Veranstaltung zum Fluglärm ging, hatte ich u.a. deutlich einen unabhängigen Experten für das Podium gefordert. Auch mehrere Mitglieder des Ortsbeirats hatten an Sie diesen Wunsch geäußert. Damit war das Thema schon frühzeitig an Sie adressiert.

 

Sie haben dann aber den Termin zur dieser Anhörung mit großer Verzögerung bekannt gegeben, obwohl das Umweltamt bereits zwei Wochen vor Ihrer Verkündigung den Termin bereits bestätigt hatte.  Am 6.6.2011 haben Sie dann endlich den Termin offiziell bekannt gegeben. Dabei war festzustellen, dass Sie für einen neutralen und unabhängigen Experten nicht gesorgt hatten. Insofern ist es doch logisch, dass der Bürgerverein nun nachdem sie erfolglos waren, auf Expertensuche ging und auch schnell einen Experten fand und ihn Ihnen benannt hatte.

 

Es ist in diesem Zusammenhang schon bemerkenswert, dass erneut Bürger die Aufgaben des Ortsbeirats bzw. in diesem Fall die Aufgabe des Ortsvorsteher übernehmen musste. Es bleibt der Verdacht, dass von Ihrer Seite überhaupt keine Anstrengung unternommen wurde, einen unabhängigen Experten zu finden und dass dies nicht gewollt ist.

 

Jetzt beantworten Sie mir bitte mal auch folgende Frage: Aus welchem Grund kann man eingeladenen Podiumsmitgliedern einen nachgemeldeten unabhängigen Experten nicht

zumuten?

Um eigene Antworten von diesen Podiumsmitgliedern erhalten zu können, wäre es sinnvoll, wenn Sie die Podiumsmitglieder nennen würden, damit bei diesen nachgefragt werden könnte, inwiefern Ihnen ein zusätzliches Podiumsmitglied nicht zugemutet werden kann. Aber das tun Sie wahrscheinlich auch nicht, da Ihre Intention zu sein scheint, anstatt für ein ausgewogeneres Podium zu sorgen, Bürger zu diffamieren, die alle Anstrengung unternehmen, hier noch einen einzigen unabhängigen Experten auf dem Podium zu Wort kommen zu lassen.

 

Was hat ein zusätzliches Podiumsmitglied, dass ausnahmsweise  nicht allein die Interessen der Flughafenbetreiber vertritt, mit den weiteren Aussagen zu tun, z.B. dass Monologe vermieden werden sollen? Wer wird hierbei Monologe führen? Werden die von Ihnen ausgewählten Experten keine Monologe führen? Werden die Bürger die Gelegenheit haben, auf Antworten der abhängigen Experten, nachfragen zu können oder wird es ein Frage-Antwort-Spiel geben, bei dem zwar die Bürger fragen können, sich aber mit den Antworten ohne Nachfragen zufrieden geben sollen? Dann könnte man bereits jetzt schon sagen, dass die Veranstaltung nur zu Frustrationen seitens der Zuhörer führen kann.

 

Im Übrigen, Herr Lange, stimmt es, was man aus Nachbarkreisen erfahren konnte, dass Sie gesagt haben, dass Sie bei dieser Veranstaltung keine Diskussionen und auch keinen Widerspruch zulassen werden?

 

Herr Lange, bitte geben Sie Antworten auf die Fragen und hören Sie auf, engagierte Bürger verächtlich zu machen.

 

Freundliche Grüße

Eberhard Centner

Arbeitsgruppe Lärmschutz des Bürgervereins Frankfurter Berg
www.buergerverein-frankfurter-berg.de


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Freitag 17.Juni - 12:36 Uhr

15.6.2011 Ortsvorsteher Lange antwortet zum Vorschlag des Bürgervereins

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Ortsbeirat hatte bereits am 3.5.2011 die Anhörung beschlossen.
Bisher gab es keine Vorschläge. Kaum war die Einladung des
Ortsvorstehers versandt, meldete sich Herr Centner mit  einem
zusätzlichen Vorschlag. Ich möchte nicht sagen, dass sei typisch, aber
ganz untypisch ist es auch nicht.

Höchst unüblich wäre es, das Podium nach zu bessern. Das kann man den
eingeladenen Podiumsmitgliedern nicht zumuten.

Wir wollen die Meinung von unseren Bürgern hören, um ggf. neue
Erkenntnisse für den Ortsbezirk 10 zu erhalten. Etwaige Monologe sind zu
vermeiden. 

Insgesamt halte ich es jetzt auch nicht schlimm. Der Ortsbeirat 10 hat
ja bereits eine weitere Veranstaltung gewünscht. Bei der Vorbereitung
dafür bleibt zu gegebener Zeit zu prüfen, welche Zusammensetzung
sinnvoll ist. Dafür können wir auch nach entsprechender Auswertung die
Erkenntnisse der Anhörung am 20.06.2011 nutzen. 



Mit freundlichen Grüßen

Robert Lange

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Freitag 17.Juni - 12:33 Uhr

10.6.2011 Die SPD untertützt den Vorschlag des Bürgervereins

Sehr geehrter Herr Lange, 
sehr geehrte Fraktionsvorsitzende, 
 

wir unterstützen den  Vorschlag vom Bürgerverein Frankfurter Berg, 
Dr. Berthold Fuld als weiteren Gast zu der Informationsveranstaltung  am 20.06. 2011 einzuladen. 
 

Im Vertrauen auf die Angaben vom Bürgerverein, kann  Dr. Fuld , 
mit seinen Kenntnis  der lokalen Probleme zur Aufklärung beitragen.
 
Mit freundlichen Grüßen 
Marina Hoffmann 
Fraktionsvorsitzende 
SPD-Fraktion

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Freitag 17.Juni - 12:32 Uhr

10.6.2011 Brief des Bürgervereins Frankfurter Berg an den Ortsbeirat 10

Sehr geehrte Damen und Herren des Ortsbeirats 10,

 

am 6.6.2011 verschickte der Ortsvorsteher Lange die Einladung zur o.a. Veranstaltung. Bei den vorangegangenen Ortsbeiratssitzungen und diversen Schreiben an die Ortsbeiratsmitglieder wurden dabei sowohl Vertreter der Deutschen Flugsicherung als auch mindestens ein unabhängiger Experte gewünscht. Sowohl das Eine noch das Andere wird anscheinend erfüllt. Es ist damit keine Ausgewogenheit bei dieser Informations-Veranstaltung zu erwarten.

 

Der Bürgerverein Frankfurter Berg hat nun einen unabhängigen Experten gefunden und schlägt Herrn Dr. Berthold Fuld vor. Er ist Vizepräsident der Bundesvereinigung gegen Fluglärm. Herr Dr. Fuld hat sich intensiv mit Fragen der Flugverfahrensplanung und insbesondere auch mit Lärmausbreitung auseinandersetzt und ist einer der Vertreter der Bundesvereinigung gegen Fluglärm in der Frankfurter Fluglärmkommission und hat damit die Diskussion hautnah verfolgt und dort auch Alternativvorschläge eingebracht.

 

Mit der Bitte um Rückmeldung der aktuellen Besetzung des Podiums und schnelle Entscheidung über die Aufnahme des unabhängigen Experten Dr. Berthold Fuld.

 

Mit freundlichen Grüßen

Bürgerverein Frankfurter Berg
www.buergerverein-frankfurter-berg.de


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Sonntag 5.Juni - 22:34 Uhr

5.6.2011 Frau Collin an das Umweltamt

Sehr geehrte Frau Michel,

ich komme nochmals zurück auf Ihre mail vom 17.05.2011, durch welche Sie mir freundlicherweise die aktuelle Situation der Flugrouten erläuterten.

Da die Situation immer unerträglicher wird und das Leben hier im Norden keinerlei Lebensqualität mehr besitzt, wende ich mich mit meinen Fragen an Sie und bitte Sie höflichst um Stellungnahme.

'Welche Rechtsgrundlage gibt es für die Änderung der Flugrouten ? Wer ist dafür verantwortlich ? Oder sind das willkürliche Maßnahmen ohne Rechtsgrundlagen ?

Wieso " müssen " überhaupt die Anflugrouten verschoben werden ? Wer beschließt und bestimmt das ? Willkürlich ? Oder aufgrund welcher Vorschriften ?? Eisenbahnschienen werden ja auch nicht einfach so verlegt...bei Straßen gibt es Planfeststellungsverfahren....etc.


Wie wird der Bürger geschützt ?? Lärm macht krank  !! Seit Wochen plagen nicht nur mich unerträgliche Kopfschmerzen....an Ausruhen ist hier überhaupt nicht zu denken

Kreuz und quer geht es ohrenbetäubend laut am Himmel hin und her.....im übrigen auch mit 4 strahiglen Flugzeugen....ich frage mich, wie lange das kreuz und querfliegen noch gut geht ?

Hat man mal die Schadstoffbelastung in unserer Luft im Norden überprüft ?

Wer will im frankfurter Norden noch leben ? Wer kommt für den Wertverlust unserer Häuser auf, die wir liebevoll und stolz gepflegt haben ?

Kann es im Sinne einer Stadt liegen, dass die Bürger - und zwar Bürger , die stolz waren Frankfurter zu sein, nur noch weg wollen ??

Welche Aktivitäten gibt es seitens unserer Stadt ? Welche Rolle spielt die Flugsicherung  ?? Besteht hier Hoheitsgewalt ?....mails von Bürgern werden von dieser Stelle ja nicht mal beantwortet....?? Bleibt die Stadt hier nachhaltig dran ? Welche Planungen gibt es ?
Wer verhandelt mit der Deutschen Flugsicherung ? Welche Gespräche fanden vor dem März 2011 statt....also bevor die Hölle begann ? Wieso wurden die Bürger nicht im Vorfeld informiert ? Sollten vollendete Tatsachen geschaffen werden ? Welche Möglichkeiten gibt es für uns noch ??

Fragen über Fragen von genervten Nordfrankfurtern.

Bitte sehen Sie es mir nach, wenn mein Ton etwas gereizt klingt....es richtet sich nicht gegen Sie, sondern macht nur deutlich, dass wir mittlerweile so gestresst sind....Tag für Tag gehen wir unserer Berufstätigkeit nach....und nicht mal die Feiertage ( Himmelfahrt war die echte Hölle ) oder Wochenenden können zum Ausruhen genutzt werden....die Parole kann hier nur Flucht heissen....das zu Hause geniessen gehört seit Mitte März der Vergangenheit an...und wir hier im Norden Frankfurts wollen keine solche Zukunft. Daher meine Bitte um Beantwortung der gestellten Fragen und der Info, was seitens des Umweltamtes weiter unternommen wird.

Vielen Dank im voraus und viele Grüße
Bärbel Collin


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Sonntag 5.Juni - 22:34 Uhr

17.5.2011 Antwort Umweltamt an Frau Collin

Sehr geehrte Frau Collin,

 

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 14. Mai zum Flugverkehr über dem Frankfurter Norden. Gerne erläutere ich Ihnen die aktuelle Situation der Flugrouten über dem Frankfurter Norden

Das Stadtgebiet von Frankfurt am Main wird sowohl von startenden als auch von landenden Flugzeugen überflogen.

 

Landungen

Frankfurt am Main wird seit vielen Jahren täglich im sogenannten nördlichen Gegenanflug überfolgen. Hierbei werden die Flugzeuge über Frankfurt am Main hinweggeleitet, bis sie zum Landeanflug eindrehen können:

Bei Betriebsrichtung 25 (West) fliegen die Flugzeuge im Gegenanflug von Westen nach Osten. Die Landung erfolgt über Offenbach. Diese Betriebsrichtung herrscht etwa zu 75 % der Zeit eines Jahres.

Bei Betriebsrichtung 07 (Ost) fliegen die Flugzeuge von Osten nach Westen. Die Landung erfolgt über Raunheim. Diese Betriebsrichtung herrscht zu etwa 25 % der Zeit eines Jahres.

Im Rahmen einer stufenweisen Neustrukturierung des Luftraums über der Rhein-Main-Region zur Vorbereitung der Inbetriebnahme der neuen Landebahn im Herbst sind Mitte März 2011 neue Anflugregelungen in Kraft getreten. Für Frankfurt am Main bedeuten die neuen Anflugrouten, dass der nördliche Gegenanflug um etwa 2 km nach Norden verschoben worden ist (siehe Abbildungen in den beigefügten Datei auf den Seiten 3 und 4). Die früheren Anflugrouten sind blau und die neuen Anflugrouten rot dargestellt.


 

Starts

Außerdem wird das Stadtgebiet bei Ostbetrieb, an etwa 25 % der Zeit eines Jahres, von startenden Flugzeugen überflogen (siehe Seite 5 der Anlage).

  • · Die Abflugstrecke 07-N(kurz) führt über die Frankfurter Stadtteile Niederrad, Gutleut, Gallus, Bockenheim und Praunheim direkt nach Norden. Wegen der dichten Besiedlung und zahlreichen Sonderbauten (z.B. Krankenhäuser) im Bereich dieser Abflugstrecke darf diese Route nur von kleineren Flugzeugen zwischen 7:00 und 22:00 Uhr benutzt werden. Über die kurze Abflugstrecke werden derzeit durchschnittlich 92 Flugbewegungen pro Tag bei Ostbetrieb durchgeführt. Nachts finden hier keine Flugbewegungen statt. Frankfurt-Bonames befindet sich östlich der Abflugroute 07-N(kurz).
  • · Die Abflugstrecke 07-N(lang) führt zunächst südlich an Sachsenhausen vorbei und dann über die Frankfurter Stadtteile Oberrad, Ostend, Fechenheim, Riederwald und Bergen-Enkheim nach Nordosten. Hier werden vor allem Langstreckenflüge abgewickelt. Über die lange Abflugstrecke werden derzeit durchschnittlich 121 Flugbewegungen pro Tag (06:00 bis 22:00 Uhr) bei Ostbetrieb durchgeführt. Diese Abflugstrecke wird auch nachts benutzt (durchschnittlich 19 Flugbewegungen). Von 2000 bis 2010 hat sich bei Ostbetrieb die Belegung der langen Abflugrouten von täglich 122 auf 140 durch den gestiegenen Flugverkehr erhöht.

Seit vielen Jahren werden bei Ostbetrieb (Betriebsrichtung 07) sowohl Starts als auch Landungen über dem Frankfurter Norden abgewickelt.

 

Bürgeranhörung im OBR 10 am 20.06.2011

Der Ortsbeirat 10 (Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg und Preungesheim) hat beschlossen, am 20.06.11, um 20:00 Uhr, in der Turnhalle der Albert-Schweitzer-Schule, Berkersheimer Weg 26, 60433 Frankfurt am Main eine öffentliche Anhörung zum nördlichen Gegenanflug durchzuführen. Konkret geht es um die Auswirkungen der seit dem 10. März geltenden nördlichen Verlegung auf das Gebiet des OBR 10. Insbesondere sollen die Bürgerinnen und Bürger darüber informiert werden, wie genau die Flugroute über das Gebiet des Ortsbezirks führt, ob der gegenwärtige Zustand der Endzustand ist und wie sich der Fluglärm im Rahmen des Ausbaus des Flughafens weiterentwickeln wird.

 

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

 

Freundliche Grüße

Im Auftrag

 

Christa Michel

 

Stadt Frankfurt am Main

Umweltamt

79.01 Übergeordnete Projekte/Berichte

Christa Michel

Galvanistraße 28

60486 Frankfurt am Main

Tel: 069 - 212 39 109

Fax: 069 - 212 39 140

E-Mail: christa.michel@stadt-frankfurt.de

www.umweltamt.stadt-frankfurt.de

www.umweltzone.frankfurt.de

www.nachbar-flughafen.frankfurt.de


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Sonntag 5.Juni - 22:33 Uhr

14.5.2011 Frau Collin an das Umweltamt

Sehr geehrte Frau Michel,

ich lebe nun seit fast 51 Jahren in dieser Stadt, die mir sehr ans Herz gewachsen ist und zwar im nördlichen Stadtteil Bonames.

Seit Mitte März herrscht hier ein unerträglicher Fluglärm....zunächst glaubte ich, dass es an dem lang anhaltenden Ostwind hängt, dass die Flugrouten anders verlaufen.....nun hat sich aber die Windrichtung geändert....jetzt kommen die Flugzeuge von der anderen Seite....und zwar viel viel niedriger als je zuvor, wenn Ostwind herrschte und hin und wieder mal ein Flugzeug kreuzte.

Ich habe mich nun mit der Fraport in Verbindung gesetzt, aber auch mit der Deutschen Flugsicherung.  Hier bekam ich die Auskunft, dass man im Hinblick auf die neue Landebahn die Flugrouten geändert hat...gestern, am Freitag dem 13.05. war die Aussage, dass heute der Flugverkehr alle zwei Minuten und seht tief deshalb stattfinde, weil die Flugzeuge sich im nördlichen Landeanflug befinden ??

Es ist wirklich eine enorme Beeinträchtigung...es geht in kurzen Abständen von morgens früh bis abends spät...und selbst geschlossene Fenster helfen da nicht, um bei diesem Lärm schlafen zu können.

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn ich eine Mitteilung bekommen könnte, was künftig mit den Flugrouten geplant ist und möchte auch im Namen vieler hier in diesem Stadtteil die herzliche Bitte aussprechen, dass Sie sich dafür einsetzen, dass es nicht dabei verbleibt, den Flugverkehr über unseren und die angrenzenden Stadteile zu routen.

Bisher haben wir alle gerne in Frankfurt gelebt....aber derzeit ist es wirklich grausam. Hinzufügen möchte ich noch, dass die Flieger sogar in unterschiedliche Richtungen in verschiedenen Höhen über die Häuser donnern...da wird einem Angst und Bange, dass es zu einer Kollision kommen könnte.

Da sich die Städte Kronberg, Königstein....auch erfolgreich gegen die Beeinträchtigungen gewehrt haben, gibt es doch scheinbar Möglichkeiten. Und plötzlich hatten wir im Norden Frankfurts den Fluglärm.....

Bitte setzen Sie sich für uns und unsere Belange ein !!! Welche Infos gibt es von der Deutschen Flugsicherung  ??

Herzlichen Dank im voraus

Mit freundlichen Grüßen
Bärbel Collin


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Sonntag 5.Juni - 22:25 Uhr

3.6.2011 Frau Wacker schreibt an Fraport

Liebe FRAPORT, sehr geehrte Damen und Herren,

da meine Hilferufe wegen Fluglaerm, daraus resultierenden Schlafstoerungen, Depressionen und Angstattacken, am FRAPORT-Telefon 0800 2345679
offensichtlich im ueberlasteten Frankfurter Luftraum verhallten, wende ich mich heute auf diesem Weg an Sie, in der Hoffnung, dass Sie mich bemerken.

In diesem Jahr hatten wir einen "Himmelfahrtstag" der ganz besonderen Art. Ueber Frankfurts Norden war wieder mal der Teufel los. Flugzeuge donnerten
aus allen und in alle Richtungen in einem Art Reissverschlusssystem ueber uns hinweg, dass einem Angst und Bange wurde. Ist der FRAPORT eigentlich
das Erholungs- und Ruhebeduerfnis der laermgeplagten Bevoelkerung nicht einmal an einem Feiertag wie Himmelfahrt heilig?

Ich hatte mich auf einen genuesslichen Tag bei sonnigem Sommerwetter auf meinem Liegestuhl mit einem Buch in meinem Garten gefreut. Leider musste ich,
wie so oft seit dem 10.3.2011, vor dem fortwaehrenden unertraeglichen Laerm die Flucht ergreifen und wieder einmal mein eigenes Zuhause verlassen.
Diesmal habe ich Asyl in Bad Salzhausen gefunden, wo man noch die Stille hoeren kann, NOCH!

Aber das Fluechten kostet Geld. Wer ersetzt mir meine Ausgaben?

War das ein Riesengejammer ueber Megaeinbrueche und Millionenverluste hervorgerufen durch Vulkanasche und Wintereinbruch im letzten Jahr,
als die entnervten Anwohner wenigstens ein paar Stunden Ruhe geniessen durften. Jetzt auf der Hauptversammlung der FRAPORT erfuhren die
erfreuten Aktionaere die wundersame Wandlung der Megaverluste in sensationelle Gewinne. 2010 war ein Erfolgsjahr, und daran will man natuerlich
anknuepfen - mit erneutem Flughafenausbau (800m langer Neubau, 41 000 Quadratmeter mit Andockmoeglichkeiten fuer 7 Grossraumjets usw. usw.).
Und das Flugaufkommen soll natuerlich drastisch gesteigert werden, Jahr fuer Jahr! Gewinnmaximierung!!!

Die einen profitieren, die anderen zahlen drauf. Was ist mit finanziellen Verlusten der kleinen Leute bei ihren Wohnungen und kleinen Eigenheimen,
welche liebevoll eingerichtet und gepflegt sind, fuer die die Menschen hart gearbeitet haben, fuer die Miete, Steuern, moeglicherweise noch Kredite
bezahlt werden. Wer will bzw. wer kann in diesem Hoellenlaerm leben und wohnen?

An wen koennen wir bitte unsere Regressforderungen stellen?

Jetzt kommt natuerlich der unvermeidliche Hinweis auf die Arbeitsplaetze. Erstens glaube ich kaum, dass die FRAPORT aus lauter Mitmenschlich-
keit lukrative Jobs zur Verfuegung stellt (Gewinnmaximierung) und zweitens kann die  FRAPORT ohne Bevoelkerung und Konsumenten auch nicht
leben.

Stimmt es, dass Landebahnen in der Wetterau geplant sind und im Sueden Frankfurts ganze Ortschaften verlegt werden sollen? Ist der naechste
Ausbau des Frankfurter Flughafens schon vorgesehen?

"Tja," sagte mir die freundliche Dame am FRAPORT-Telefon", was sollen wir machen, wir testen halt!"

Da hab ich eine prima Idee: Schicken Sie doch bitte mal, nur zu Testzwecken, Ihre nervtoetende, lautdonnernde, schrillheulende Armada
ueber die Haeuser und Gaerten der FRAPORT-Verantwortlichen und Vorstandsmitglieder und ihrer Familien - nur mal um zu testen, wie sich
das anhoert und anfuehlt, tagein, tagaus, 21 Stunden am Tag, die nicht enden wollende Folter ertragen zu muessen, unter einer
menschenverachtenden Laermglocke gefangen zu sein.

Vielleicht sensibilisiert Sie das, etwas mehr Verstaendnis und Ruecksichtnahme fuer die laermgeplagten Buerger Frankfurts und Umgebung
aufzubringen und uns endlich mitzuteilen, wann diese Tests, die man uns ohne jede Vorwarnung seit Wochen und Monaten zumutet,
endlich abgeschlossen sind, wie Sie die neuen Flugtrassen, Flughoehe, Flugzeiten usw. geplant haben. 

Zeit wirdŽs! Wir haben das Recht, endlich informiert zu werden, Sie fliegen ueber unser Eigentum!

Mit freundlichen Gruessen

U.Wacker


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Montag 30.Mai - 21:42 Uhr

Frau Wacker schreibt an die Oberbürgermeisterin Petra Roth am 30.5.2011

30.5.2011

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,

in diversen Medien wird derzeit viel Werbung fürs große Flughafenfest am 25. + 26.6.2011 gemacht unter dem Motto "HAPPY LANDING - Die neue Landebahn erleben".

Ich empfinde dies als Verhöhnung der lärmgeplagten Bevölkerung hier im Norden Frankfurts. Wir erleben hier den Vorgeschmack dieser neuen Landebahn und zwar seit dem 10.3.2011 ohne Vorwarnung und ohne Info.

Zu diesem Zeitpunkt flatterten die Wahlwerbeprospekte der Parteien in die Briefkästen und ich rief die auf dem CDU-Flyer angegeben Telefonnummer an, um mich über den Grund des nerv tötenden Fluglärms zu informieren. VOR DER WAHL!!!!!

Man sagte mir, also die CDU, ich müsse mich irren, es sei alles, wie es war. Nichts habe sich verändert. NACH DER WAHL wurde ich angerufen, von der CDU, ich hätte doch recht, es seien die Tests für die neue Landebahn, es werde sich etwas verändern. Auf meine Frage "Was denn?" versprach man mir, man würde mir Info-Material zuschicken. Auf das warte ich heute noch, obwohl ich mehrmals danach gefragt habe. Egal was ich auch versucht habe konkrete Informationen zu erhalten, die Politik, die Medien, Umweltamt, Fraport und Umweltverbände sagen nichts oder nicht viel oder Widersprüchliches. Nur die Werbung für "HAPPY LANDING" ist überall präsent, zynisch und menschenverachtend.

Am Freitag, dem 27.5.2011, als es über Bonames wieder besonders schlimm her ging, alle 2 Min. eine Maschine in sehr geringer Höhe, rief ich Herrn Dr. Schmitt vom Umweltamt an. Was ich da hörte, hat mich zutiefst beunruhigt: Zunahme des heutigen Flugaufkommens um 40% ab Okt., über den nördlichen Stadtteilen, wir sind der nördliche Gegenanflug, aber das sei nicht alles, der Flugverkehr würde weiterhin in den nächsten Jahren drastisch zunehmen.

Stimmt es wirklich, dass Landebahnen in der Wetterau geplant sind und man darüber nachdenkt, im Süden Frankfurts ganze Ortschaften zu verlegen?
Ist in einigen Köpfen der nächste Flughafenausbau schon vorgesehen?
Ich fragte Dr. Schmitt, womit die Flugzeuge bei immer geringer werdenden Ressourcen betankt werden sollen. Er meinte, man würde schon rechtzeitig genügend Biotreibstoff entwickeln.

PRIMA FUER DEN KLIMASCHUTZ !!!!

Er meinte, ich könne den Menschen nicht das Fliegen verbieten. Nein, das kann ich nicht und das ist auch nicht meine Absicht. Ich bin ein äußerst freiheitsliebender Mensch und kein Querulant, der anderen Recht, Freiheit und Spaß am Urlaub nehmen will. Ich bin aber der Ansicht, dass Recht und Freiheit des einen da aufhören, wo Recht und Freiheit des anderen anfangen.

Wir - die Bürger - haben

- das Recht auf unversehrte Gesundheit (Menschenrecht!) (Fluglärm macht nachweislich krank - ganz zu schweigen von den Abgasen, die über uns geblasen werden)

- das Recht auf ungestörte Nachtruhe (Nachtflugverbot)

- das Recht und die moralische Pflicht, unsere Kinder in einer halbwegs gesunden Umgebung aufwachsen zu lassen

(ein paar Kita- und Krippenplätze mehr reichen nicht!)

- wir haben das Recht auf Schutz unserer Wohnungen und Eigenheime. Wer zahlt uns den finanziellen Verlust unserer Immobilien, zum Beispiel beim Verkauf; wer will in einer Einflugschneise leben. Wir zahlen Grundsteuer. Sollen wir diese jetzt alle neu festsetzen lassen?
Einige profitieren vom Flughafenausbau und andere zahlen drauf. Das kann nicht sein!

- wir haben das Recht auf die Freiheit, an Sommerabenden und in unserer Freizeit im Freien auf unseren Balkonen, Terrassen und in unseren Gärten zu
sitzen, und nicht in hermetisch verschlossenen Räumen hinter Schallschutzfenster, um dem Fluglärm zu entgehen.

- wir haben das Recht! Wir haben es verdient, wir haben hart dafür gearbeitet und tun dies noch immer!

Es ist eine Schande, dass Kitas und Kindergärten mit Lärmschutzwänden umgeben werden, die CDU-Senioren sogar verlangt haben, Kitas und Kindergärten aus Wohngebieten zu verbannen (und das in einer Christlichen Partei!!!), aber Flugzeuge dürfen über Wohngebiete donnern auf Teufel komm raus, 21 Stdn. am Tag alle 2 Min.

Soweit ich weiß, hat die evangelische Kirche angemahnt, den Bürgern endlich reinen Wein über die Flugrouten einzuschenken und die Übereinkommen aus Gesprächen und Mediationen einzuhalten, z.B. Nachtflugverbot.

Es ist mit nicht bekannt, dass die nördlichen Stadtteile in diese Mediationen usw. eingebunden gewesen wären. Wenn doch, hat man das offensichtlich erfolgreich vor uns geheim gehalten.

Was ist mit der Sicherheit der in kurzen Abständen und in geringer Höhe fliegenden, sich zum Teil in geringem Abstand überholenden Maschinen, und das alles über dicht bewohntem Gebiet? Piloten und Fluglotsen sind Menschen, und Menschen machen Fehler. Das dürfen sie auch, weil es Menschen sind, vor allem in einem immer dichter werdenden Luftraum. Flugzeuge sind sicher! Genau wie Kernkraftwerke! Das hat man den Menschen in Fukushima auch erzählt. Bei all den Sicherheitspannen am Frankfurter Flughafen in den letzten Tagen und Wochen scheint mir Garnichts sicher.

Bitte setzen Sie sich dafür ein:

- dass die Bevölkerung endlich über die Konsequenzen des Flughafenausbaus informiert wird,
- dass die Flugrouten auf die alte Flughöhe (vor dem 10.3.2011) angehoben werden,
- dass es ein striktes Nachtflugverbot gibt
- dass nicht nur eine Region über die Maßen belastet wird und - entlastenden Mechanismus finden
- dass soweit wie möglich über unbewohntes Gebiet geflogen wird.

Es ist auffällig, dass die CDU immer mehr an Wählern verliert, siehe Bremen, und das sicher nicht allein wegen Fukushima. Vielleicht sollte sich die CDU mal wieder mehr um die Nöte und Belange der kleinen Leute kümmern. Ich denke, die Wähler haben die Groß-Klientel-Politik satt.

Wenn Sie mich fragen, was ich das nächste Mal wähle - alle 2 Minuten, 21 Stunden am Tag, bei jedem über mich hinweg donnernden Flugzeug geht es durch meinen Kopf: "AUF KEINEN FALL DIE CDU !!!"

Mit freundlichen Grüßen
Ursula Wacker


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Dienstag 24.Mai - 14:44 Uhr

Fluglärm und Gesundheit

24.5.2011 Pressemitteilung DIE LINKE, Landtag Wiesbaden

Änderung der Flugrouten: DIE LINKE fordert Studie zu den
Gesundheitsschäden durch Fluglärm:

Nach der Änderung der Anflugrouten auf den Frankfurter Flughafen und der weiteren Zunahme von Flugbewegungen in Folge des Ausbaus befürchtet der Mainzer Kardiologe Prof. Thomas Münzel einen
deutlichen Anstieg der Zahl von Schlaganfällen und Herzinfarkten (Interview im Wiesbadener Kurier
von heute). Dazu erklärt Hermann Schaus, Parlamentarischer Geschäftsführer und innenpolitischer
Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:
„Die Aussage von Prof. Münzel ‚als Mediziner wundert es einen, wie die Politik dem Bau einer neuen
Landebahn in dieser eh schon belasteten Region zustimmen konnte‘, wirft ein Schlaglicht auf die
Ignoranz der Hessischen Landesregierung.
Die vielzitierte Studie zum deutlichen Anstieg von Schlaganfällen, Herzerkrankungen und
Krebserkrankungen rund um den Flughafen Köln-Bonn macht deutlich: Die von Fluglärm
ausgehenden Gesundheitsschäden müssen stärker beachtet werden. Da das Flugaufkommen in
Frankfurt über dem in Raum Köln-Bonn liegt, muss sogar von noch höheren Krankheitszahlen
ausgegangen werden.“
Doch, so fragt Schaus, was mache die schwarz-gelbe Landesregierung? Sie spreche nur vom
Jobmotor Flughafen und halte sich noch nicht einmal an das einst gegebene Versprechen, im
Gegenzug für einen weiteren Ausbau werde es zu einem Nachtflugverbot kommen.
DIE LINKE sei davon überzeugt, dass eine Gesundheitsstudie die Nachtflugregelung der
Landesregierung zum Kippen bringen würde. Dann müsse über die von der LINKEN geforderte
Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr neu nachgedacht werden.
Schaus: „DIE LINKE setzt sich mit Nachdruck dafür ein, dass für das Rhein-Main-Gebiet zügig eine
eigene Studie zu den Folgen des Fluglärms erstellt wird. Die bisherige fünfjährige Planung durch das
Umwelthaus ist nicht akzeptabel. DIE LINKE wird das Thema immer wieder in den Landtag
einbringen. Der Versuch von Wirtschaftminister Dieter Posch (FDP), sich hier einfach weg zu ducken,
wird keinen Erfolg haben.“


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