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Dienstag 26.Juli - 23:26 Uhr

15.7.2011 Frau Wacker an Petra Roth und andere

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für alle Infos, Briefe und E-mails, die ich von Ihnen erhalten habe. Leider bringen sie mich alle nicht weiter, weil sie entweder nur Hinhaltecharakter
haben, immer wieder die gleichen Begründungen für den Fluglärm und die gleichen Karten enthalten, die mal bunt, mal schwarzweiss, zudem kaum erkennbar ist,
um welche Stadtteile es sich eigentlich handelt, die hier überflogen werden, oder aber die Informationen von einem Laien wie mir nicht nachvollziehbar sind,
was möglicherweise so gewollt ist. Oder es wird immer wieder mitgeteilt, dass der nördliche Gegenanflug nach Norden verlagert werden muss, weil die neue
Landebahn im Norden liegt (von Knoten ist die Rede) .... usw. usw. usw, immer wieder Auskünfte ohne wirklich Auskunft zu geben. Es wird auf die Mitteilung im
Bundesanzeiger verwiesen, wo die Routenänderung mitgeteilt worden sei... nur welcher Durchschnittsbürger weiss, was der Bundesanzeiger ist? Nur fadenscheinige
Gründe, warum wir diesen Höllenlärm jetzt hinnehmen müssen.

Nicht enthalten ist der Grund, warum man den Gegenanflug nicht noch weiter nach Norden verschieben kann, z.B. über Bad Homburg, wo, soweit
ich gehört habe, Fraport-Chef Dr.Schulte wohnt. Wäre vielleicht ganz interessant für ihn zu erfahren, was seine Mitmenschen duch den Flughafenausbau
zu erleiden haben.

Was ich endlich wissen möchte ist:

Was tun Sie eigentlich wirklich konkret, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen? Rücksichtslos werden bewohnte Gebiete seid dem 10.3.2011 in geringer
Höhe rund um die Uhr im Minutentakt überflogen. Die Aussage der CDU vor der Wahl im März 2011, es habe sich an den Flugrouten nichts verändert,
die Mitteilung von Herrn Heuser/CDU vom 8. Juni 2011, die Flugzeuge überflögen Bonames garnicht und die anderen nördlichen Stadtteile in einer Höhe
von 2 - 3 Km, der nördliche Gegenanflug würde nur von 2-strahligen Maschinen benutzt usw. usw. usw. - nichts entspricht den Tatsachen.

Ich bin vor einigen Wochen zu meinem Sohn nach Wien geflüchtet, weil ich diesen menschenverachtenden Lärm nicht mehr ertragen konnte und ich endlich
einmal wieder ungestört schlafen musste. Ich hatte die Hoffnung, dass sich die Situation bis zu meiner Rüchkehr entspannt haben würde, weil bei dem
Treffen des Ortsbeirats 10 am 20. Juni auf  dem Frankfurter Berg die Hoffnung aufkam, dass die Flughöhe wieder auf das Niveau vor dem 10.3.2011 angehoben
werden könnte, dass eine Lärmmessstaton aufgebaut werden sollte, denn auf Ihren bunten und schwarzweissen Karten ist ersichtlich, dass es im Norden gar
keine Messstation gibt. Ausserdem sollte das Testverfahren der Fraport bis Ende Juni abgeschlossen sein.

Nun bin ich wieder in Frankfurt. Nichts hat sich geändert. Heute, am 15. Juli 2011, wurde Bonames im Minutentakt in sehr geringer Höhe von ca. einem Km,
pausenlos überflogen. Es waren auch 4-strahlige Maschinen dabei. Frankfurt war mal eine schöne und liebenswerte Stadt, das Rhein-Main-Gebiet im Herzen
Europas war ein wunderschöner Platz zum Leben. Leider ist alles Dank Fraport und CDU zu einem menschenverachtenden System von Start- und Lande-
bahnen verkommen. Es ist mir jetzt bei meiner Rückreise ganz besonders aufgefallen: Lebensqualität gibt es hier keine mehr!

Noch aufgefallen ist mir, dass es offensichtlich 2 Klassen  von Transporteuren gibt. Die einen, die durch die Luft kutschen und scheinbar unantastbar sind,
und die anderen, die einen wirklich harten Job machen, die bedauernswerten Brummifahrer, die genauso für unseren Wohlstand sorgen, Güter liefern, jede
Menge Maut bezahlen, Ruhepausen einhalten müssen und das wohl auch wollen, aber nicht können, weil es nicht genügend Parkplätze gibt. Wie beschämend
ist das denn? Eine neue Landebahn kann gebaut werden, genügend Parkplätze aber nicht. Soviel zum Thema Sicherheit.

Übrigens Sicherheit. Was ist das für eine Sicherheit, wenn arbeitende Menschen nachts nicht ausreichend schlafen können, am nächsten Tag Auto fahren,
Maschinen bedienen, Kinder betreuen oder unterrichten usw.? Was ist eigentlich mit Busfahrern, U-Bahn-Fahrern usw., die eine Riesenverantwortung haben
für die Menschen, die sie transportieren. Sicherheit - das Wort fällt immer nur im Bezug zum Fliegen. Sind fliegende Passagiere mehr wert, als fahrende?

Wann wird die Flughöhe endlich wieder auf das Niveau vor dem 10. März 2011 angehoben. Warum überfliegen immer noch 4-strahlige Maschinen den Norden
Frankfurts? Wann tun Sie endlich etwas für die Bürger, deren gewählte Vertreter Sie sind?

Seit heute testet die Lufthansa Biosprit in ihren Maschinen, zumindest in einem Triebwerk, Teststrecke Hamburg - Frankfurt, wie ich soeben in den Nachrichten
erfahren habe.

Kirchen, Unicef aufgemerkt! Am Horn von Afrika sterben Menschen an Hunger und die Lufthansa fliegt mit Biosprit. Wie menschenverachtend ist das denn?

Greenpeace, BUND, NABU aufgemerkt! Es gibt viel zu tun. Wenn die Triebwerke das aushalten, dann Artenvielfalt ade.

Wieviele landwirtschaftliche Flächen, oder gar Wälder werden dann für Monokulturen misbraucht werden. Umweltschutz sieht anders aus!!!!

Mit freundlichen Grüßen

Ursula Wacker


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