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Starkregen - Kellerüberflutungen am 18. August 2020

01.09.2020 Neuer Antrag der FDP im Ortsbeirat 10

 

Bestandsaufnahme der Entwässerungseinrichtungen und Drainageanlagen im Ortsbezirk 10

 

Der Ortsbeirat möge beschließen:

 

Der Magistrat möge zeitnah eine Aufnahme aller Entwässerungseinrichtungen und Drainageanlagen sowie ihrer Durchsatz- und Rückhaltekapazität im Ortsbezirk 10 veranlassen. Damit soll zunächst der Bestand gesichert aufgenommen werden, um dann ggf. auf einer verlässlichen Grundlage bestimmen zu können, wo es zu Erweiterungen kommen muss.

 

Begründung:

 

Durch die Starkregenereignisse der letzten Jahre stoßen die Entwässerungseinrichtungen im Ortbezirk 10 erkennbar immer häufiger an Grenzen. So sind Schädigungen von über hundert Haushalten am Frankfurter Berg nicht ohne Weiteres hinnehmbar.

 

Gleichzeitig sind bestimmte Entwässerungsanlagen anscheinend gar nicht mehr bekannt und werden dementsprechend auch nicht gepflegt. So besteht wohl in Berkersheim im Bereich Am Hohlacker/an der Roseneller ein Drainagesystem mit gekoppelten Zisternen als Rückhaltebecken, das nicht mehr bekannt ist und deshalb auch nicht mehr gepflegt wird. Da dadurch die Zisternen versanden und ihrer Rückhaltefunktion nicht mehr gerecht werden können, besteht auch hier die Gefahr, dass es zu Rückstaus kommt.

 

Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, für den gesamten Ortsbezirk eine Bestandsaufnahme vorzunehmen, um Schwachstellen des Entwässerungssystems zu identifizieren und so zielgerichtet Abhilfe schaffen zu können.

 

Dr. Julian Langner                                                                           

Frankfurt am Main, den 1.September 2020

 

31.08.2020 Zweiter Antrag  der SPD (Ortsbeirat 10)

 

Antrag: Nicht ausreichende Kapazität der Kanalisation bei Starkregenereignissen


Im August kam es am Frankfurter Berg wie in anderen Stadtteilen erneut zu einem solch massiven Starkregenereignis, dass hunderte von Kellern unter Wasser standen. Hierdurch entstanden wieder hohe materielle und ideelle Schäden bei den Anwohner*innen.


Das Amt für Stadtentwässerung hat 2017 selbst erklärt, dass es in den Jahren 2013, 2014 und 2016 zu mehr als 10-jährlichen Starkregen kam und 2017 zu einem 30-jährlichen Starkregen. Der diesjährige Regen wird von Anwohner*innen unisono als der schwerste wahrgenommen, da die Keller bis zu 50 cm, in Einzelfällen noch höher, vollliefen als jemals zuvor. Diese statistischen Werte sind also anhand der vergangenen sieben Jahre ad absurdum geführt. Der Klimawandel lässt leider erwarten, dass es künftig häufiger als bisher zu extremen Unwettern kommen wird.


Dies vorausgeschickt möge der Ortsbeirat beschließen:


Der Magistrat wird gebeten zu prüfen und zu berichten, welche Maßnahmen langfristig geeignet erscheinen, damit die der Statistik widersprechenden und immer häufiger auftretenden Starkregenereignisse nicht zu regelmäßig volllaufenden Kellern bei den Anwohner*innen am Frankfurter Berg führen. Insbesondere sollten bauliche Maßnahmen am Kanalnetz oder sogenannte Rückhaltebecken in Betracht gezogen werden.


Boris Straub
Michael Bartram-Sitzius
Antragsteller
Michael Bartram-Sitzius
Fraktionsvorsitzender

26.08.2020

 

Die Frankfurter Neue Presse berichtet in ihrer Ausgabe vom 25.8.2020. Es werden die Aussagen im Ortsbeirat zwar nicht ganz korrekt wiedergegeben, trotzdem ist zu erkennen, dass sich die SEF (Stadtentwässerung Frankfurt) damit beschäftigt.

starkregen-artikel-fnp-vom-2582020

 

Der Stadtbezirksvorsteher des Frankfurter Bergs Boris Straub hat bei der SEF um einen Gesprächstermin gebeten, bei der zwei Betroffene (Herr Brunner und ich) dabei sein können.

 

Frau Barbara Zeibekis (68.21.1 Generelle Planung und Erschließungskoordination - Stadtentwässerung Frankfurt am Main) hat einen Besprechungstermin Anfang September vorgeschlagen, bei dem auch Herr Auth vom ASE teilnimmt.

 

Wenn Sie möchten, können Sie Fragen und Vorschläge an mich schicken: info@frankfurter-berg.com.

 

 

 

 

21.08.2020 21:00

 

Von den bisherigen Schilderungen lässt sich vorerst zusammenfassen:

- es war das bisher schwerste Ereignis in den letzten Jahren

- die Anzahl der Betroffenen, die materiellen Schäden und ideellen Werte waren wesentlich höher als früher (Betroffene sprechen von 20.000,00 Euro Schaden bei ihnen)

- die Straßen Holunderweg, Azaleenweg, Berkersheimer Weg, Ligusterweg und Ebereschenweg waren betroffen

- es wurden Keller bis unter die Decke geflutet

- Kellertüren brachen unter der Last des Wasser aus den Verankerungen

- Rückstauventile hielten dem Wasserdruck nicht stand

- es gab viele - kostenpflichtige - Feuerwehreinsätze

 

Erfreulich: der Stadtbezirksvorsteher am Frankfurter Berg, Boris Straub, hat sich in dieser Angelegenheit heute am 21.8.2020 an die SEF gewandt und das in dieser Form bisher noch nie dagewesene Starkregenereignis dargestellt und einen Zusammenhang zur Neubebauung des Azaleenwegs und der Unterdimensionierung eines Rückhaltebeckens angesprochen.

 

2017 äußerte sich die SEF dahingehend, " dass eine Erweiterung/Ausbau der Kanalisation wirtschaftlich nicht darstellbar sei und man mit diesen Situationen leben müsse."  Das ist sicherlich zu wenig!

 

Herr Straub bekam nun wieder die üblichen Ausreden der SEF als Antwort und bat daraufhin um einen Gesprächstermin, bei dem ein, zwei Anwohner mitkommen sollen. 

 

Erster Antrag der SPD im OB10

19.8.2020

 

Am Dienstag, 18.8.2020 waren Herr Brunner und ich bei der Ortsbeiratssitzung im Haus Nidda in Bonames. Wir haben den Ortsbeirat - wie zuletzt 2017 - über die enormen Schäden informiert und gefordert, dass hier von der Stadt etwas unternommen werden müsste, obwohl das Stadtentwässerungsamt 2017 behauptete, es wäre ja alles in Ordnung und sowas würde nur alle 30 Jahre mal auftreten...

Die Kosten müssten allerdings nicht den Anwohnern, sondern der Allgemeinheit aufgebürdet werden.  Vor der Ortsbeiratssitzung hatte sich Boris Straub (ehemals SPD) gemeldet und sich erkundigt. Die SPD brachte kurzfristig einen Antrag (siehe unten) ein, den ich aber nicht besonders zielführend fand, da sie mit Verunreinigungen argumentierten und eine bessere Säuberung der Kanäle fordert. Sie wollten aber dran bleiben und weitere Anträge stellen.

 

Hier weitere Bilder, die das Ausmaß dokumentieren:

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Am 11.08.2020 liefen im unteren Teil des Holunderwegs die Keller infolge Starkregens so voll wie noch nie. Eine Einsatzkarte der Feuerwehr (Quelle Twitter) zeigt das Gebiet am Frankfurter Berg (Pfeil), wo es besonders heftig war:

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Da die Kanalisation es wieder wie in den vergangenen Jahren nicht schaffte, das Wasser abzutransportieren, wurden die Keller überflutet.

Das Wasser stand bis manchen Nachbarn bis unter die Decke im Keller. Wir hatten "nur" 30 cm:

 

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Die Feuerwehr (DLRG, THW) waren bis spät in die Nacht im Einsatz.

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Neben der anstrengenden Arbeit des Wasserausschöpfens und Trocknens kommt Frust über die zerstörten Gegenstände dazu. Frust aber auch, weil die Stadt Frankfurt (Stadtentwässerungsamt) vorgibt, den Bewohnern hier nicht helfen zu können. Bei einer Ortsbeiratssitzung im Jahr 2017 empfahlen die Experten den Einbau von Rückstauventilen. Sie nannten eine Firma, die das durchführen könnten. Das war's.

Früher soll es zu solchen Ereignissen  nicht gekommen sein, da es angeblich ein Rückhaltebecken gegeben haben soll. Auch sprechen ältere Anwohner davon, dass es einen Zusammenhang durch die Neubebauung des Azaleenwegs geben könnte.

Das Problem mit den Rückstauventilen: Viele haben schon welche, aber es funktioniert nicht.

Außerdem: sollten einige Anwohner voll funktionierende Systeme installieren, dann steigt der Pegel in den anderen Häusern.

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