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Durch Corona ist es still am Himmel geworden.  Momentan wird man nicht mehr von den Fliegern ab 4:45 Uhr in der Nacht geweckt. Künstliche Wolken durch Kondensstreifen sind auch nicht mehr zu sehen.

Frankfurter Berg

Trügerische Ruhe am Flughafen Frankfurt – neuer Fluglärm-Ärger droht

Überflughöhe

Die Deutsche Flugsicherung hat anscheinend wegen Personalmangels (infolge des weiteren Anstiegs des Flugverkehrs) angeblich „aus Sicherheitsgründen“ die Überflughöhe des nördlichen Gegenanflugs herabgesetzt. Infolgedessen leiden wieder sehr viele Menschen in den betroffenen Gebieten unter massivem Fluglärm.

 

Die BI Frankfurt-Nord gegen Fluglärm hatte daraufhin Parteien im Ortsbeirat 10 (SPD, Linke und FDP) angeschrieben. Von der CDU und den Grünen war ja nichts zu erwarten. Die SPD hatte einen Antrag für den OB10 abgelehnt, die Linke hatte das in die Römer-Fraktion weitergegeben und die FDP hat schließlich einen Antrag dazu formuliert.

 

Folgende Anregung hat nun den Magistrat der Stadt Frankfurt erreicht:

 

Anregung an den Magistrat vom 13.08.2019, OM 4911

entstanden aus Vorlage:


           OF 806/10 vom 30.07.2019

Betreff:
Absenkung der Flughöhen im Gegenanflug über dem Ortsbezirk 10?

Der Magistrat wird gebeten, zu den folgenden Fragen zu prüfen und zu berichten:

1. Sind die Flughöhen im Gegenanflug über dem Ortsbezirk 10 in letzter Zeit wieder herabgesetzt worden?

Wenn ja:

2. Was ist die Begründung hierfür?

3. Wann wurde der Magistrat hierüber informiert?

4. Hat der Magistrat hiergegen Maßnahmen ergriffen?

5. Wird der Magistrat erneute Messungen der dadurch gegebenen Fluglärmbelastung im Ortsbezirk 10 veranlassen, um die Belastung der Bürger festzustellen?

6. Gibt es Informationen darüber, ob diese niedrigen Flughöhen gerade kurz vor und nach dem Nachtflugverbot besonders intensiv genutzt werden?

 

Begründung:

 

Nach der Eröffnung der neuen Flugbahn am Flughafen war es zu teilweise sehr niedrigen Gegenanflügen über dem Frankfurter Norden und insbesondere auch über dem Ortsbezirk 10 gekommen. Nach Bürgerprotesten wurden Messungen vorgenommen. Schließlich wurde die Mindestflughöhe im Gegenanflug heraufgesetzt, sodass sich die Lärmbelastung durch Fluglärm im Ortsbezirk 10 deutlich gebessert hatte und der Flugverkehr offensichtlich trotzdem störungsfrei abgewickelt werden konnte. In letzter Zeit ist zu beobachten, dass Flugzeuge im Gegenanflug wieder deutlich tiefer unterwegs sind. Dies betrifft insbesondere große, vierstrahlige Maschinen, von denen ein erheblicher Geräuschpegel ausgeht. Zudem scheinen diese niedrigen Flughöhen gerade in den späten Abendstunden und frühen Morgenstunden – vor bzw. nach dem Nachtflugverbot – genutzt zu werden, wenn die Anwohner üblicherweise schon oder noch schlafen. Das ist besonders bei den aktuellen Sommertemperaturen problematisch, wenn zu dieser Zeit die Fenster geöffnet sein müssen, um die Wohnungen abzukühlen.



Antragstellender Ortsbeirat:
           Ortsbeirat 10

Was verbirgt sich hinter den Sicherheitsgründen für die Absenkung für den gegenanflug auf den Frankfurter Flughafen?

 

Stellungnahme des Magistrats vom 03.04.2020, ST 672


Betreff:
Was verbirgt sich hinter den Sicherheitsgründen für die Absenkung für den Gegenanflug auf den Frankfurter Flughafen im Frankfurter Norden?

Für die Beantwortung der Anregung des Ortsbeirates 10 hat der Magistrat eine Stellungnahme der Deutschen Flugsicherung (DFS) angefordert:

 

"Die DFS hat vier mit Mindestflughöhen versehene Wegpunkte (an zwei Wegpunkten mit 6.000 Fuß im Norden und an zwei Wegpunkten mit 5.000 Fuß im Süden) auf den Gegenanflügen für das tiefere Befliegen freigeben müssen. Hintergrund ist der, dass mit der Zunahme des Luftverkehrs der zuständige Fluglotse weniger Zeit hat, sich mit der Abwicklung eines jeden einzelnen Fluges zu beschäftigen. Eine weitere strikte Einhaltung der bisherigen Höhenvorgaben würde dazu führen, dass eine flüssige Betriebsabwicklung nicht mehr gewährleistet werden könnte und kapazitive Einbußen im Anflugbereich entstünden. Ohnehin schreibt die ICAO (Internationale Zivilluftfahrtorganisation) vor, dass Flugzeuge spätestens eine Meile (1,85 km) vor dem Eindrehen auf den jeweiligen Endanflug in der entsprechenden Höhe sein müssen. Für den Anflug auf die Landebahn Nordwest erfolgt dieser in einer Höhe von 5.000 Fuß (ca. 1,5 km), auf die Südbahn in 4.000 Fuß (ca. 1,2 km). Mit dem Aussetzen der Pflicht des Lotsen, bestimmte Flughöhen auf dem Gegenanflug einzuhalten, verhindert die DFS meldepflichtige Ereignisse, wie sie in der Vergangenheit während des Eindrehens auf den Endanflug vereinzelt leider vorkamen. [...]"

Soweit die Stellungnahme der DFS.

 

Der Magistrat sieht es als kritisch an, dass mehr Flugbewegungen mit zu wenig Fluglotsen abgewickelt werden und dadurch einzelne Lärmschutzmaßnahmen leiden. Die DFS sollte hierbei mit Nachdruck dem Personalmangel entgegenwirken.

 

Des Weiteren wurde das Thema "Monitoring der Flughöhen auf den Gegenanflügen" als TOP 5 in der 253. Sitzung der Fluglärmkommission (FLK) am 04.12.2019 ausführlich behandelt. Ein Vertreter des Umwelt- und Nachbarschaftshauses (UNH) stellte in der FLK vor, wie sich die Flughöhe an vier Punkten seit 2012 entwickelt hat (http://www.flk-frankfurt.de/eigene_dateien/sitzungen/253._sitzung_am_4.12.2019/ top_5_-_praes._unh__monitoring_gegenanfluege. pdf).

 

Ein Vertreter der DFS nahm zu der Auswertung des UNH Stellung (http://www.flk-frankfurt.de/eigene_dateien/sitzungen/253._sitzung_am_4.12.2019/ top_5_-_praes._dfs__monitoring_gegenanfluege.pdf):

 

In der Präsentation der DFS wurden folgende Gründe für das tiefere Befliegen der Gegenanflüge aufgeführt:

 

- Umstellung auf nahezu 100% parallel unabhängiger Anflugbetrieb

- Einhaltung der ICAO-Vorgabe

- Im Nordwesten und Nordosten treffen mehrere Anflugströme aus unterschiedlichen Richtungen aufeinander

- Integration dieser Anflugströme unter den Gesichtspunkten sicher, geordnet und flüssig

- Maßnahme der Fluglotsen: Vectoring (Zuweisung von Steuerkursen) und Höhenzuweisung

- Dies wird aktuell durch die Luftraumstruktur im Westen des Flughafens erschwert (Untergrenze Luftraum C bei FL 70).

- Fluglotsen sind weiterhin dazu angehalten, die Lärmschutzmaßnahmen einzuhalten. Eine stetige Sensibilisierung findet nach wie vor statt.

 

Weitere Details sind im Sitzungsprotokoll der FLK unter folgendem Link nachzulesen:

http://www.flk-frankfurt.de/eigene_dateien/sitzungen/2 53._sitzung_am_4.12.2019/protokoll_253._sitzung_am_4.12.2019__10.2.2020.pdf


Stellungnahme des Magistrats vom 14.04.2020, ST 686

 

Betreff:
Absenkung der Flughöhen im Gegenanflug über dem Ortsbezirk 10?

 

Bezugnehmend auf die vorläufige Stellungnahme des Magistrats vom 11.11.2019 hat der Magistrat die Stellungnahme des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW) erhalten. Diese lautet wie folgt:

 

"Die aufgrund einer Sicherheitsbewertung der DFS veranlasste Maßnahme wurde in der 250. Sitzung der FLK am 27.03.2019 unter TOP 4 vorgestellt. In der 253. Sitzung am 04.12.2019 wurde der Punkt erneut behandelt und ein Monitoring des UNH sowie eine Stellungnahme der DFS dazu präsentiert. Die Unterlagen der Fluglärmkommission sind öffentlich einsehbar.

 

Die Dokumente der o. g. Sitzungen sind unter folgenden Adressen abrufbar:

  1. Sitzung: http://www.flk-frankfurt.de/seite/de/fluglaerm/1537/-/250._Sitzung_am_27.03.2019 .html
  2. Sitzung: http://www.flk-frankfurt.de/seite/de/fluglaerm/1590/-/253._Sitzung_am_4.12.2019. html

 

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Maßnahme hat sich die Fluglärmschutzbeauftragte des Landes Hessen für ein möglichst häufiges unverändertes Nutzen der höheren Anflüge eingesetzt sowie für ein Transparenz schaffendes Monitoring, das im Dezember 2019 veröffentlicht wurde. Die Auswertungen zeigen, dass es zwar tiefere Flugbewegungen gibt, der weit überwiegende Anteil der Luftfahrzeuge jedoch in den gewohnten größeren Höhen verkehrt.

 

Es bleibt bei dem langfristigen Ziel, die Gegenanflüge so hoch wie möglich zu führen, um einen maximalen Abstand zwischen Luftfahrzeug und Lärmbetroffenen zu gewährleisten. Dies setzt allerdings luftfahrzeugseitig höhere Ausstattungsraten an modernen Satellitennavigationsanlagen (z. B. GBAS, SBAS) voraus."

 

Kommentar von Dr. Bertold Fuld dazu am 13.5.2020:

 

"das aktuell im Norden Frankfurts niedriger geflogen wird, hat nichts mit der Absenkung der Gegenanflüge zu tun, sondern es wird sehr häufig kurz eingedreht. Leider ist die DFS selbst beim derzeit geringen Verkehr nicht in der Lage, die Flugzeuge im CDA zur Landebahn zu führen, sondern lässt sie oft über längere Strecken in 4000 ft horizontal fliegen.

Anflüge auf die Center- und Südbahn sollen übrigens nur vom südlichen Gegenanflug erfolgen. Ich vermute, dass Grund für die Absenkungen gefährliche Annäherungen beim Eindrehen vom nördlichen Gegenanflug auf die Südbahn waren; die DFS weigert sich, diesbezüglich Informationen herauszugeben."    

 

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